26.07.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kochen wie für Weltmeister: Leute

von Redaktion OnetzProfil

Qualität, Qualität, Qualität. Stimmt das Produkt, wird daraus auch ein tolles Mahl. Klingt einfach, wenn man Dieter Müller heißt und drei Michelin-Sterne auf dem Konto hat. Nur neun deutsche Spitzenköche haben es in diesen kulinarischen Olymp geschafft.

Dabei kann man nicht nur locker und zugänglich bleiben, sondern mit 62 Jahren auch gertenschlank. Der gebürtige Badener trat am Samstagabend im Küchenstudio von Franz und Uschi Liegl den Beweis an. Ein Gerätehersteller hat den wohl renommiertesten Koch der Republik für ein exklusives Menü nach Weiden vermittelt - als eine von nur zwei ausgewählten Stationen in Bayern oberhalb der Donau. In der Oberpfalz war Müller vorher noch nie. "Dabei hätte ich schon längst mal kommen sollen, denn das erste Mal als ich drei Sterne hatte, haben wir in Lerbach auf Bauscher-Porzellan serviert."

Schloss Lerbach bei Bergisch-Gladbach nahe Köln war von 1992 bis 2008 Müllers Reich, in dem er für Herbert Grönemeyer und Tina Turner Kutteln und Langustini zubereitete, für die sich die beiden mit einem Spontanauftritt bedankten.
Bei Liegls ließ er sich von 18 Feinschmeckern über die Schulter schauen, darunter Kräuterkennerin Waltraud Witteler und Wildexpertin Angelika Franz . Sie durften unter Müllers Anleitung Flammkuchen mit Lauch, Spitzpaprika, roten Zwiebeln und Räucheraal zubereiten, danach Gazpacho mit Gamberetti in Chicoréeschiffchen, Hähnchenbrust in Maisbiskuit mit Lavendelsauce, Maiskolben, Vanillekarotten und Popcorn sowie zum Nachtisch Schoko-Mousse, Beerenkompott und Kokosschaum.

Genüsse auf diesem Niveau bekamen auch schon U2, Mick Jagger sowie die Spieler von Inter Mailand oder Bayer Leverkusen. Dieter Müller ist eine Adresse unter Fußballern. Rudi Völler ließ von ihm seine Hochzeit ausrichten. Auch die brasilianische Nationalelf war schon zweimal in Lerbach, 2006 zur WM und 2005 beim Confederations Cup. Dabei hat Superstar Ronaldo bleibenden Eindruck hinterlassen. "Der war für einen Sportler richtig dick. Einmal hat er gegen Japan zwei Tore gemacht und am gleichen Abend bei uns am Tresen 22 Kölsch gekippt."
Unnahbar war Berti Vogts, der sich mehr für den Rotwein interessierte. Jupp Heynckes stürmte dagegen begeistert die Küche. "Er war damals Trainer von Real Madrid, das waren ganz feine Kerle." Müller mag es unkompliziert, schätzt gutes Sauerkraut und will seine Arbeit für sich sprechen lassen. Deswegen war er auch nur ein einziges Mal in Johannes B. Kerners Kochshow, wo sein Schüler Johann Lafer Stammgast ist. "Das war schon in Ordnung. Aber ich brauche das nicht."

Müller wollte eigentlich kürzer treten. Als ihm aber das Management des Luxus-Liners "MS Europa" anbot, ganz nach seinen Wünschen auf hoher See zu kochen, konnte er nicht Nein sagen. Ende September legt er auf dem schwimmenen Gourmettempel ab. Die ersten Kreuzfahrten sind bereits ausgebucht. Gut, dass er es vorher nochmal nach Weiden geschafft hat. (phs)

 

 

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