Kommentar zum "Sommermärchen light"
Jogis Renaissance

Jogi Löw: Vater des deutschen Erfolgs. (Foto: dpa)
Sport
Weiden in der Oberpfalz
03.07.2017
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Was war das für ein Aufschrei, als Jogi Löw mit einem Perspektiv-Kader zum Confed-Cup nach Russland reiste - zu diesem zugegeben relativ sinnbefreiten Vergleich der Kontinental-Sieger. Vier Wochen und zwei Titel (inklusive der U21-Europameister) später gibt es aber einen großen Sieger: Bundes-Jogi selbst. Mit seiner Rasselbande kreierte er mit dem sensationellen Titelgewinn in Russland ein "Sommermärchen light".

Löw profitiert in dreifacher Hinsicht: Zum einen führte er der Fußball-Welt vor Augen, über welch schier unerschöpfliches Reservoir an talentierten Kickern der vierfache Weltmeister verfügt. Zum anderen machte Löw den scheinbar Unantastbaren Neuer, Boateng, Özil und Co. gehörig Feuer unter ihren Liegestühlen an den Stränden rund um den Globus. Löw schickte ihnen die klare Botschaft: "Niemand ist unersetzlich!"

Und zu guter Letzt erlebte auch der Bundestrainer selbst eine Renaissance. Löw musste und durfte wieder einmal Trainer sein. Während er den Stammkräften kaum mehr Neues vermitteln kann und mehr Verwalter denn Gestalter ist, bedurfte es beim Confed-Cup Coaching in Urform: Mit viel Akribie und Liebe zum Detail formte er aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen eine verschworene, titelfähige Einheit.

Auch wenn die Konkurrenz größer und stärker sein wird: Die deutsche Mannschaft reist als Top-Favorit zur WM 2018 - und viele Spiele wird sie nicht verlieren. Der Jogi wird's schon richten.

fabian.leeb@oberpfalzmedien.de
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