16.04.2018 - 21:48 Uhr
Oberpfalz

Kreisliga Nord: Sportgerichtsurteil SV Grafenwöhr erhält die Punkte

Die Punkte sind weg, die Meisterschaft wohl auch. Nach dem Urteil des Kreissportgerichts rückt für Fußball-Kreisligist SpVgg SV Weiden II der Direktaufstieg in weite Ferne. Dagegen kann die SV Grafenwöhr den Sekt schon mal kalt stellen.

Florian Reich von der SpVgg SV Weiden war im Kreisliga-Spitzenspiel gegen die SV Grafenwöhr nicht spielberechtigt. Zu diesem Schluss kam das Kreissportgericht. Statt 2:1 für Weiden lautet die Spielwertung nun 2:0 für Grafenwöhr. Bild: A. Schwarzmeier
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Die Entscheidung des Sportgerichts war so zu erwarten: Weil beim Kreisliga-Spitzenspiel am 8. April mit Florian Reich ein nicht spielberechtigter Spieler auflief, wertete das Gremium die von der SpVgg SV Weiden II ursprünglich mit 2:1 gewonnene Partie für die Schwarz-Blauen mit 0:2 als verloren und für Grafenwöhr mit 2:0 als gewonnen. Grafenwöhr führt nun die Tabelle deutlich mit vier Punkten vor der SpVgg SV II an und hat zudem ein Spiel weniger ausgetragen.

Konkret ging es bei dem Urteil um die Anwendung des Paragrafen 34 (Punkt 2.1.) der Spielordnung des Bayerischen Fußballverbandes. Dieser besagt: "Nach einem Einsatz in der ersten Halbzeit eines Verbandsspiels der 1. Mannschaft ... darf der Spieler nicht an den nächsten zwei Meisterschaftsspielen der 2. Mannschaft mitwirken. Die Einsatzbeschränkung endet in jedem Fall nach Ablauf von 10 Tagen."

Das Sportgericht sah nach der Anzeige durch die SV Grafenwöhr den Tatbestand des Paragrafen 34 als gegeben an. So habe Florian Reich am 31. März im Bayernligaspiel der SpVgg SV bei Don Bosco Bamberg (Spielbeginn 15 Uhr) in Halbzeit eins mitgewirkt und dann am 8. April in der Kreisliga gegen die SV Grafenwöhr gespielt. "Dieser Einsatz war unzulässig, da er weder 2 Meisterschaftsspiele der unterklassigeren Mannschaft ausgesetzt hatte, noch die 10-Tages-Frist abgelaufen war", stellte das Gericht fest.

Die SpVg SV hatte in ihrer Stellungnahme argumentiert, dass bereits das Kreisligaspiel gegen den SV Neusorg am 31. März (Spielbeginn 16 Uhr) bei der Fristberechnung - aufgrund der späteren Anstoßzeit als die Bayernligapartie - mitzuzählen habe. Dies verneinte nun aber das Sportgericht. Entscheidend seien bei der Berechnung demnach der Kalendertag und die Uhrzeit. "Spielt also die höherklassigere Mannschaft am Samstag von 15.00 bis 16.47 Uhr, so werden für die Berechnung der Fristen von zwei Spielen ... nur Spiele gezählt, die nach Beendigung des Spiels der höherklassigeren Mannschaft angepfiffen werden, auch wenn diese am gleichen Tag stattfinden", lautet die Urteilsbegründung. Somit scheide das Verbandsspiel gegen Neusorg "definitiv" aus. Gezählt wird damit nur die Kreisliga-Partie am 2. April gegen den SVSW Kemnath.

Von einem zusätzlichen Punktabzug sahen die Sportrichter unter Vorsitz von Lorenz Gebert ab, da sie lediglich von einer "irrtümlichen Interpretation" des Paragrafen 34 ausgingen. Gegenüber der SpVgg SV und dem Teamverantwortlichen Philipp Kaufmann sprach das Gericht die Mindeststrafe von jeweils 150 Euro aus.

Ob die Schwarz-Blauen in Berufung gehen, stand am Montagabend noch nicht fest. "Wir werden das intern besprechen", sagte Kaufmann und reichte den Schwarzen Peter an den BFV weiter: "Eine Spielordnung muss eindeutig sein. Wenn sie interpretierbar ist, dann ist sie das nicht."Kreisliga Nord

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