16.08.2016 - 18:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kurioses Malheur bei SpVgg SV Weiden Putzfrau vernichtet versehentlich Autogramme von Fußballstars

Ein Vergleich zwischen der SpVgg SV Weiden und Joseph Beuys ist - vorsichtig formuliert - nicht gerade naheliegend. Der Avantgarde-Künstler und die Bayernliga-Kicker erfuhren jedoch beide auf ähnlich kuriose Weise, was passieren kann, wenn jemand mal so richtig durchwischt.

Dieses Wappen der SpVgg Weiden erinnert an die Gründungszeit des Eisenbahnersportvereins in den zwanziger Jahren. Dass es hinter Glas wie neu blitzt, gefällt Susanne Böhm nicht. Sie trauert den Autogrammen zahlreicher Fußballstars hinterher, die bis vor kurzem auf der Scheibe zu finden waren. Bild: zer
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Bleiben wir einen Moment bei Beuys. Der hatte einst kiloweise Butter auf einen Stuhl drapiert, den ein eifriger Museums-Hausmeister dann wieder in seinen Urzustand versetzt hat. Ein andermal verzierte der Altmeister eine Badewanne mit Heftpflastern. Dumm nur, dass eine Abendgesellschaft im gleichen Raum darin Bierflaschen kühlte und am nächsten Tag die Streifchen ordentlich abpulte.

Irgendwann in den letzten Wochen erging es der SpVgg ähnlich. Die hatte ein gedrucktes Wappen des früheren Eisenbahnersportvereins hinter Glas gepackt. Das Ganze zierte den Eingang des Funktionsbaus im Stadion am Wasserwerk. In den vergangenen Jahren verewigten sich einige Branchengrößen, die schon mal beruflich bei der SpVgg zu tun hatten, mit Filzstift auf der Scheibe. Unter anderem Jürgen Klopp, Pep Guardiola und Manuel Neuer.

"Mich trifft der Schlag"

So etwas macht ein Wappen gleich um einiges wertvoller. "Damit es niemand klaut, haben wir es in den VIP-Raum im ersten Stock gehängt", erzählt Vereinssekretärin Susanne Böhm. Doch als jüngst ihr Blick auf den Wandschmuck fiel, "dachte ich, mich trifft der Schlag".

Die Scheibe funkelte wie ein Spiegel und gab ein gründliches Bekenntnis zu streifenfreier Sauberkeit ab. Guardiola & Co. waren Fensterleder und Glasreiniger zum Opfer gefallen. "Es hat wohl eine Putzfrau gedacht, dass Jugendliche da oben gefeiert und rumgeschmiert haben", vermutet Böhm. Der Verein habe zwar erst vor kurzem die Reinigungskraft gewechselt, "es will aber natürlich keine gewesen sein", seufzt die Angestellte.

Einen Sherlock Holmes oder ein Sondereinsatzkommando, um den wahren Übeltäter zu ermitteln, will der Verein dennoch nicht einsetzen. Die Sekretärin kann inzwischen auch darüber schmunzeln, obwohl es ihr als Manuel-Neuer-Fan schon um die Unterschrift des Nationaltorhüters leid tut.

Pressesprecher Stefan Nörl lacht über das Malheur, weiß aber, dass Susanne Böhm ziemlich an den Signaturen hing. Er versprach, sie wieder zu besorgen. "Am Donnerstag hab ich die Sache mal per Mail den Bayern erklärt. Wie ich die kenne, sind die schon hilfsbereit." An Jürgen Klopp will Nörl über soziale Netzwerke rankommen. "Der macht bestimmt mit." Nur bei einem hat er Zweifel: "Man kann es ja mal bei Manchester City versuchen, aber so wie ich Pep Guardiola einschätze, wird das eher nichts."

Susanne Böhm weiß den Einsatz des Öffentlichkeitsarbeiters zu schätzen, ist aber irgendwie untröstlich: "Autogrammkarten sind halt nicht dasselbe." Eine Lösung weiß vielleicht Clubchef Kurt Haas: "Müssen wir halt schauen, dass wir mal wieder im DFB-Pokal gegen Dortmund oder Bayern drankommen."

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