30.01.2017 - 19:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Lipperts Debüt im Profi-Kader beim Club Schwartz: "Der Dennis, der wär' einer, aber ..."

Er war am Sonntag der wohl glücklichste Bankdrücker im deutschen Profifußball: Der Weidener Dennis Lippert schaffte beim 1. FC Nürnberg erstmals den Sprung in den Profi-Kader. Trainer Alois Schwartz erwartet aber noch mehr.

Ein entspannter Bankdrücker: Dennis Lippert war am Sonntag beim Club im Spiel gegen Dresden erstmals im Profi-Kader. Er blieb zwar 90 Minuten draußen, doch sein erstes Ziel hat der Weidener erreicht. Bild: Bernd Müller
von Josef Maier Kontakt Profil

Weiden/Nürnberg. Selbst die Familie wurde überrumpelt. Die Eltern hätten es nicht mehr einrichten können zu kommen, erzählte er nachher. Am Samstag teilte Club-Trainer Alois Schwartz Dennis Lippert mit, dass er am Sonntag im Kader für das Spiel gegen Dynamo Dresden stehe. "Mit der Nominierung habe ich nicht gerechnet." Lippert war zwar mit im Trainingslager in Spanien und wurde auch in Testspielen eingesetzt, ein Zweitliga-Spiel schien für den 20-Jährigen aber Utopie zu sein. Zudem kränkelte er die Tage nach der Rückkehr aus Spanien etwas.

Und dann saß er am Sonntag beim 1:2 gegen Dynamo doch auf der Bank. "Ich kenne das Stadion ja ganz gut", erzählte er nachher. "Aber wenn wir mit der U21 hier spielen, sind nur wenige hundert Zuschauer da." Am Sonntag schauten gegen die Sachsen knapp 36 000 Fans zu. In der zweiten Hälfte schickte Schwartz den Blondschopf mit den anderen Ersatzspielern zum Warmlaufen. "Da spitzt man natürlich auch schon mal auf die Tribüne und schaut, wer da ist." Eingewechselt wurde Lippert nicht, an diesem Tag waren nach dem Rückstand frische Stürmer gefragt.

Dennoch könnte der junge Weidener bald gefragt sein. Laszlo Sepsi (29) bot auf der linken Abwehrseite einen schwachen Auftritt. Der Rumäne sah bei beiden Gegentreffern schlecht aus, beim 0:1 ließ er sich von Erich Berko wie ein Anfänger den Ball abnehmen. Ja, da habe man Probleme auf dieser Seite, gab Schwartz zu. Aber wie sieht die Lösung aus? Tim Leibold, der diese Position spielen könnte, ist noch verletzt. Lippert ist gelernter Linksverteidiger. "Der Dennis wär' schon einer", sagte Schwartz nach der Pressekonferenz. Er schränkte aber auch ein: "Dennis braucht noch ein bisschen Zeit, er ist körperlich noch nicht so weit." Dennoch fördert er den jungen Oberpfälzer wie einige andere aus dem Club-Nachwuchs. Abdelhamid Sabiri, mit Lippert lange in der U21 Seite an Seite, stand gar in der Startelf. Seinen Kumpel freute es: "Abdelhamid hat gezeigt, dass man es in die Mannschaft schaffen kann."

Club-Aufsichtsrat Günter Koch erinnert Lippert immer schon ein bisschen an Philipp Lahm. 1,72 Meter groß ist der Oberpfälzer und damit zwei Zentimeter größer als der Weltmeister aus München. An eine Karriere wie die des Bayern-Kapitäns mag Lippert gar nicht denken, aber er will den nächsten Schritt im Profifußball machen: "Ich will spielen." Und jubeln. Am Sonntag ärgerte er sich richtig über die 1:2-Pleite. "Schade, ich hätte so gerne bei einem Sieg vor der Fankurve gefeiert." Das wird auch noch kommen.

Dennis braucht noch ein bisschen Zeit, er ist körperlich noch nicht so weit.Club-Coach Alois Schwartz

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