Mehr als nur ein Ziel
Richthammer startet beim Ironman Hawaii

Am Strand von Kona: Beim Ho'ala Trainngsschwimmen absolvierte Lothar Richthammer bereits die Schwimmstrecke. Bild: exb
Sport
Weiden in der Oberpfalz
11.10.2017
269
0

Wo andere ausspannen, wächst bei Lothar Richthammer die Spannung. Seit acht Tagen ist der Weidener Triathlet auf Big Island/Hawaii, ein Jahr hat er die Reise vorbereitet. Am Samstag um 7.05 Uhr Ortszeit startet der Laface-Triathlet seine dritte Ironman-WM. Untergebracht ist der 58-Jährige in einem Hotel 300 Meter vom Start entfernt. Gebucht hat er "ein Rund-um-sorglos-Paket" bei einem auf Triathlon-Reisen spezialisierten Anbieter.

 Weiden/Kona. Für das gleiche Paket hat sich Wolfgang Schmatz entschieden. Mit dem Amberger bildet Richthammer eine Oberpfälzer Reisegruppe. Manchmal wäre ein Betreuer oder Helfer sinnvoll, "aber mittlerweile kenne ich die Abläufe, da weiß man sich zu helfen, wenn eigentlich vier Hände nötig wären", sagt Richthammer. In Reisebegleiter Schmatz sieht er einen der Favoriten in seiner Altersklasse 55. Der Amberger gewann zweimal den Titel in der AK 50, tritt nun erstmals bei den Nächstälteren an.

"Ein einziger Leidenstag"

Bei seinen eigenen Ambitionen gibt sich Richthammer zurückhaltend. Er habe aus dem Start 2014 gelernt. Damals erlebte er einen "einzigen Leidenstag", sein Ziel war den ganzen Tag nie in Reichweite, die Motivation aufrecht zu halten dadurch schwer. "Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, die Pläne und Ziele zunichte machen können." Es sei daher gut, "mehrere Ziele in der Schublade zu haben, von denen eines mich am Ende des Tages ins Ziel bringt." Eines dieser Ziele ist ein "Daylight-Finish". Weil es auf Hawaii gegen 18 Uhr dunkel wird, ist eine Zeit unter 11 Stunden nötig, um bei Tageslicht ins Ziel zu laufen. Ein Traumergebnis wäre ein Platz unter den besten 20 der Altersklasse. Aber Richthammer macht sich nichts vor: "Hier starten 140 Athleten in meiner Altersklasse, fast jeder musste bei einem Ironman auf dem Podest landen, um sich zu qualifizieren." Entsprechend hoch sei die Leistungsdichte. "Ich versuche einfach, mein Bestes abzurufen."

Für den schwachen Schwimmer bedeutet dies zunächst, der berüchtigten "Waschmaschine" beim Massenstart der gut 2000 Triathleten zu entgehen. Die Schwimmstrecke ist wegen der Strömung in der Bucht von Kona eher langsam. Mit einer Zeit unter 1:30 Stunden für die 3,8 Kilometer wäre Richthammer zufrieden. "Auf dem Rad möchte ich die Leistung aus den vergangenen Rennen abrufen." Beim Marathon soll es dann nach Körpergefühl ins Ziel gehen. "Da ist viel möglich, im positiven wie negativem Sinne."

Aktuell gute Form

Die letzten Tage vor dem Start nutzt Richthammer nun zum Ausruhen und um sich ans feucht-heiße Klima und die 12-Stunden-Zeitumstellung zu gewöhnen. "Ermüdende Sightseeing-Touren" gebe es erst nach dem Renen. "Eine Inseltour und eine Motorradausfahrt sind dafür fest eingeplant." Training spielt in den Tagen vor dem Rennen eine untergeordnete Rolle. Nur mehr kurze Einheiten, "um den Motor am laufen zu halten", stehen auf dem Plan. Nicht entgehen ließ sich Richthammer am Dienstag die Nationen-Parade durch Kailua-Kona. Am Donnerstag steht der "Underpants-Run an, ein Spaßlauf "in eher freizügiger Klamotte". Am Samstag gilt es dann: "Die Form fühlt sich aktuell sehr gut an. Ich habe mich gut vorbereitet." Alles weitere werde sich zeigen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.