05.07.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Neuer Vorsitzender Michael Fritsch will "Platz eins bis sechs" SpVgg greift richtig an

Er war früher Stürmer, sein Linksschuss war gefürchtet, immer hatte er das gegnerische Tor im Blick. Kein Wunder, dass der Mann offensiv denkt: "Wir wollen ins erste Drittel, Platz eins bis sechs." Kurz und bündig gab Michael Fritsch das Saisonziel der SpVgg Weiden für die Bayernliga an. Zweifel an der Machbarkeit hegt der neue SpVgg-Chef keine: "Das ist drin."

von Josef Maier Kontakt Profil

Am Samstag hatte der Klub eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Der Verein gab eine öffentliche Pressekonferenz am Wasserwerk. Auch nahezu das komplette Bayernliga-Team mit Trainer Klaus Rodler war da. Freilich war der Jugendraum nicht voll von Fans, doch es war zu sehen, dass die Schwarz-Blauen immer noch viele Freunde haben, die nur aus der Reserve gelockt werden wollen. Dafür tun der neue Vorsitzende Fritsch, Abteilungsleiter Charly Aldermann und Pressesprecher Klaus Hartung im Vorfeld der Saison auch alles. Abhängig sei dies vor allem aber von einem: "Von gutem und attraktivem Fußball", betont Fritsch. Das "wunderschöne Stadion" müsse sich wieder füllen.

Zeitler vor Durchbruch

Vor allem im Offensivbereich hat sich etwas verändert. Nachdem Turan Bafra vergangene Saison in der Spitze oftmals den Alleinunterhalter gab, stimmt's vorne wieder. Florian Schrepel ist nach zwei Jahren (bei den 60er Amateuren und Feucht) wieder da. Mit Matthias Baier (SV Neusorg) und Manuel Reichl (SpVgg Schirmitz) kamen zwei junge Angreifer von BOL-Klubs. Dem 18-jährigen Johannes Zeitler trauen die Fans aber am meisten zu. Mit seinem Einbau könnte Rodler seinem Jugendkonzept ein weiteres Puzzle-Teilchen hinzufügen. Nur Junge geht aber nicht, deshalb sind weiter Keeper Peter Romeis und Thomas Rösl die Leitwölfe. Kurios: Kapitän Klaus Herrmann ist mit seinen 24 Jahren in der Truppe (Durchschnittsalter: 23,2 Jahre) fast schon ein "Oldie".

Einer, der eigentlich schon abgeschrieben war, könnte nach nur wenigen Tagen wieder zur Truppe stoßen: Verteidiger Robert Wendel wird wahrscheinlich doch bleiben: "Es sieht sehr positiv aus", sagte Fritsch. Am Freitagabend hätten noch Gespräche stattgefunden, der Spieler wolle unbedingt in Weiden bleiben, will sogar aus Tschechien hierher ziehen. Auch einen Arbeitsplatz hat die SpVgg für ihn gefunden. Sein Berater, der finanzielle Kürzungen abgelehnt hatte, scheint nun doch umzuschwenken. "Am Mittwoch wissen wir Bescheid", sagt Fritsch, der neben den fußballerischen Ansätzen, auch den Charakter des Teams lobte: "Die Spieler haben nicht unerhebliche finanzielle Abstriche in Kauf genommen."

An Trainer Klaus Rodler liegt es nun, die Charakterstärken der Spieler auch aufs Spielfeld zu übertragen. Von der Saisonvorgabe des SpVgg-Chefs fühlt er sich nicht unter Druck gesetzt: "Wir haben doch schon letztes Jahr angedeutet, dass wir eine leistungsfähige Mannschaft haben." Bis auf Rang zwei war die Mannschaft in der vergangenen Saison vormarschiert, um dann von den alljährlichen Herbst-Depressionen befallen und ins hintere Mittelfeld durchgereicht zu werden. "Wir holen dieses Mal in dieser Zeit mehr Punkte", sagte der Trainer. Der Konkurrenzkampf sei größer, auch in der Offensive sei man nun besser besetzt. "Dadurch habe ich in dieser Saison ganz andere Möglichkeiten." Auch für die Abwehr hat er mit dem Hünen Lukas Zakrzewski (vom TSV Thiersheim) eine große Alternative. Die Stelle des Co-Trainers wird vorerst nicht besetzt. Jugendcoach Rüdiger Fuhrmann hilft.

Fünfer- und Zehnerkarten

Neben dem Spielfeld wird sich bei der SpVgg auch etwas tun. Mit Aktionen vor dem Spiel und in der Halbzeit soll der Fußball attraktiver gemacht werden. Künftig soll es für die Fans auch Fünfer- und Zehnerkarten geben. Bei den Dauerkarten gibt es auf Grund des 19er-Feldes eine kleine Änderung. Fritsch: "Eine leichte Korrektur nach oben, die sich im Rahmen hält."

Zum Auftakt kommt am 31. Juli Aufsteiger 1. FC Kötzting zum Oberpfalzderby. "Die werden wir gleich weghauen", verspricht Fritsch. Die SpVgg geht wieder richtig in die Offensive.

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