19.02.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Neustrukturierung der Fußballkreise: Amberger und Schwandorfer gegen Orientierung nach Weiden: Wechselspielchen: Einigen graut

Allmählich bringen sich die Kicker nach der Winterpause wieder in Form. Doch auch einige Vereinsfunktionäre werden in nächster Zeit schwitzen. Zwar steht die Neustrukturierung der Fußballkreise erst im Jahr 2006 an, das Thema wird aber bereits heiß diskutiert.

von Josef Maier Kontakt Profil

Im Zentrum der Spekulationen steht der Kreis Weiden mit seinen derzeit 76 Vereinen. Nach Vorgabe der Strukturkommission des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) soll jeder Kreis in zweieinhalb Jahren mindestens 100 Klubs umfassen. Weiden müsste Zuwachs aus dem Landkreis Tirschenreuth (bisher überwiegend Kreis Marktredwitz) oder aus dem Amberger und Schwandorfer Bereich (der Kreis III hat 156 Klubs) bekommen.

"Mir graut jetzt schon, wenn ich daran denke", sagt Hubert Dobmeier, Vorstand des Kreisklassisten SV Pullenried. Er wolle sich zwar noch mit den Vereinsgremien unterhalten, "ich selbst bin aber dagegen zu wechseln." Die ganze Orientierung laufe Richtung Schwandorf. Auf Derbys gegen Oberviechtach oder Dietersdorf möchte er nicht verzichten.

Druck auf Vereine

Wechsel stünden Randvereinen frei, jeder der Klubs solle selbst entscheiden, wo er spielen möchte, so die Vorgabe der Strukturkommission. "Freiwilligkeit" heißt das Zauberwort. Doch nicht nur Dobmeier befürchtet, dass Vereine einfach umgruppiert werden. Auch die Aufstiegsregelung für Reserven vor einigen Jahren, als kleinere Klubs sich wehrten, sei durchgedrückt worden.

Auch die DJK Gleiritsch will bleiben. "Ich selbst wäre nicht glücklich über einen Wechsel in den Weidener Kreis", sagt Vorsitzender Michael Schwandner, der sich aber vorher noch mit seinen Vorstandskollegen abstimmen will. "Von den Derbys, von der Atmosphäre her passt alles." Ende der 60er Jahre spielten die Gleiritscher schon einmal im Kreis Weiden. Schwandner verhehlt nicht, dass ein Lokalschlager gegen den Weidener Kreisklassisten Tännesberg - nur fünf Kilometer entfernt - reizvoll wäre.

Kontakte in den Nachbarkreis pflegen auch die Kicker der DJK Weihern- Stein. Testspiele gegen Pirk oder Irchenrieth stehen oft auf dem Programm. Einen Kreiswechsel streben die Weiherner aber nicht an. "Ich möchte das nicht alleine entscheiden, aber wir fühlen uns im derzeitigen Kreis sehr wohl", sagt Vorsitzender Josef Pressl. Die Sache sei nur überlegenswert, wenn Nachbarvereine mitgehen würden: "Wenn alle Klubs aus dem Altlandkreis Oberviechtach und dem Norden des ehemaligen Landkreises Nabburg mitmachen würden, wäre es wohl kein Problem."

Die Wechseltendenz im Schwandorfer Bereich - eher negativ. Es kämen aber auch Vereine aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach in Frage. Etwa der FV Vilseck. Bis 1986 gehörte der Verein zum Kreis Weiden. Vor allem wegen der weiten Fahrten im Jugendbereich wechselten die Vilsecker in den Kreis III. Das Verhältnis zu den Weidener Funktionären sei aber immer gut gewesen, versichert Vorsitzender Georg Maulbeck. Er sagt aber auch: "Ich denke, für uns ist ein Wechsel nicht mehr interessant." Mit dem SV Sorghof und dem FC Edelsfeld spielen die Nachbarn ebenso in der Kreisliga. Der Stadtkollege 1. FC Schlicht hat sein Vereinsgelände nur wenige hundert Meter entfernt. Die Kreisgrenze zwischen beiden Vereinen? Wohl kaum vorstellbar. Der FC Freihung spielte bis Anfang der 90er Jahre im Kreis Weiden. Vorsitzender Jürgen Grundler zur Wechselthematik: "Die Tendenz geht dahin, in Amberg zu bleiben."

Weiden braucht Zugänge, doch die Neustrukturierung weckt auch Begehrlichkeiten bei anderen Kreisen. Der ASV Haidenaab und der TSV Mehlmeisel liegen in Oberfranken, spielen aber im Kreis Weiden. Die Bayreuther würden beide Klubs gerne aufnehmen. In Haidenaab hat sich der Kreisspielleiter aus Bayreuth schon angekündigt. Fußballabteilungsleiter Harald Dötterl fühlt sich aber im Kreis Weiden sehr wohl: "Wir werden hier gut behandelt. Wir sind hier etabliert."

In Fränkische Schweiz

Auch die Mehlmeisler denken nicht an einen Wechsel, sagt Abteilungsleiter Heiko Köstler. Früher sei überlegt worden, im Kreis Bayreuth zu spielen. Das sei erledigt. Auch jetzt hätte der TSV weite Fahrten, "aber dann müssten wir bis in die Fränkische Schweiz".

Neusorg liegt in der Oberpfalz, die fränkische Grenze liegt nicht weit entfernt. Ist die Neustrukturierung die Chance für eine Rückkehr in den Kreis Marktredwitz? Bis Mitte der 70er Jahre spielte der SV dort. "Nein , momentan ist nicht daran gedacht", sagt Vorsitzender Gerhard Fröhlich. "Auch in Oberfranken hätten wir weite Fahrten. Wir sind nun mal in einer Randlage, so oder so",,sagt er und fügt scherzhaft an: "Aber schauen wir mal, welcher Kreis uns das beste Angebot macht."

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