31.01.2018 - 20:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Sportlerehrung: Richtlinien sollen geändert werden - Goldige Aussichten auch für Behinderte Freude über jeden Deutschen Meister

Eine Umfrage unter 27 Städten hat ergeben, dass Weiden zu den dreien gehört, die behinderte Sportler und Senioren nicht in der gleichen Form für ihre Leistungen ehren wie die sogenannten "Aktiven". So ist für Behinderte in den Sportförderrichtlinien kein städtisches Gold vorgesehen.

Goldene Aussichten auch für Behinderte und Senioren. Nach dem Gleichheitsgrundsatz sollen ihre Leistungen erstmals bei der Sportlerehrung für 2018 so bewertet werden wie die der Aktiven. Der Stadtrat muss einer entsprechenden Satzungsänderung aber noch zustimmen. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Dies kann nur in Einzelfällen durch ein Votum des Sportbeirats erreicht werden, wie 2017 im Fall des Paralympic-Goldmedaillen-Gewinners im Kugelstoßen, Daniel Scheil (BVS) geschehen. Eine weitergehende grundsätzliche Regelung war noch vor einem Jahr vom Sportbeirat mit 6 zu 2 Stimmen abgelehnt worden. Begründung: Für einen behinderten Sportler sei es grundsätzlich einfacher, eine Meisterschaft zu erreichen, als für einen Aktiven. Matthias Loew (SPD), der jetzt den Antrag eingereicht hatte, die Sportförderrichtlinie in Richtung Gleichheitsgrundsatz zu ändern, wunderte sich, dass dieser Beschluss, der nur einer Empfehlung entsprach, vor einem Jahr nicht den Weg in den Stadtrat gefunden hat. Er stellte fest, dass es auch innerhalb der Aktiven Unterschiede gebe. So sei es sicher schwieriger, Deutscher Meister im Fußball zu werden als im Polo-Spiel. Ein weiteres Beispiel steuerte Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau bei. Demnach vergleiche man auch nicht Kugelstoßer und Skispringer.

Den Vorwurf von Hans Sperrer (CSU), der Sportbeirat sollte bewusst übergangen werden, wies Loew zurück. Wegen seiner "Schusseligkeit" habe er die Antragsfrist für den Sportbeirat verpasst und den Antrag deshalb im Stadtrat gestellt. Er habe sich aber auch für eine zusätzliche Sitzung des Sportbeirats im Sommer ausgesprochen.

Schließlich wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Lothar Höher beschlossen: Die Verwaltung überarbeitet die Sportförderrichtlinien in Richtung Gleichheit. Danach geht's in den Sportbeirat, bevor der Stadtrat eine endgültige Entscheidung trifft.

Das Abstimmungsergebnis habe ihn in seinem Rechtsgefühl tief getroffen, sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in der Stadtratssitzung. "Ich freu mich, wenn ein Aktiver Deutscher Meister geworden ist, aber ich freu mich genauso, wenn ein Behinderter Deutscher Meister geworden ist."

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