SpVgg SV Weiden nach Trainerrücktritt
Schrepel fordert Teamgeist

Sportlicher Leiter Florian Schrepel hat bei der SpVgg SV Weiden das Amt als Interimstrainer übernommen.
Sport
Weiden in der Oberpfalz
01.04.2018
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Bei der 0:3-Pleite im Bamberg am Samstag kassierte Florian Reich eine Rote Karte wegen einer Notbremse. Reich ist neben Adam Hajek und Johannes Scherm der dritte Spieler der SpVgg SV Weiden, der aktuell wegen eines Platzverweises gesperrt ist. Bild: af

Vier Spiele ohne Punktgewinn, Absturz in die Relegationszone, Rücktritt des Trainers: Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden steckt tief in der sportlichen Krise. Vor dem Spiel am Ostermontag in Ansbach lautet die große Frage: Ist die Mannschaft zum Befreiungsschlag fähig?

Nur wenige Stunden nach dem Rücktritt von Stefan Fink hat Florian Schrepel das Kommando am Weidener Wasserwerk übernommen. Der Sportliche Leiter wird auf Wunsch der Vereinsführung bis Saisonende eine Doppelfunktion ausüben und als Interimstrainer fungieren. "Wir wollen alles versuchen, um den direkten Klassenerhalt zu schaffen", betonte Schrepel am Sonntagabend gegenüber den "Oberpfalzmedien"..

Nach der beängstigend schwachen, ja fast schon desaströsen Leistung am Samstag bei der 0:3-Pleite beim Mitkonkurrenten DJK Don Bosco Bamberg wollte Schrepel keine Zeit verlieren. Der 36-Jährige lud die Mannschaft am Sonntagnachmittag zum Training. Eine Maßnahme, die er allerdings nicht als Straftraining verstehen will. "Draufhauen bringt in dieser Situation überhaupt nichts", erklärte Schrepel. "Ich wollte die Jungs vor dem Spiel in Ansbach einfach nochmal zusammenholen. Mir war es wichtig, mit allen zu sprechen und sie auf die Partie am Montag einzuschwören."

Beschönigende Worte gab es gegenüber den Spielern jedoch nicht. "Das Hauptproblem ist  schlichtweg die Leistung der Mannschaft. Die hat zuletzt einfach nicht gestimmt", sagte Schrepel. Einen Mangel an Leidenschaft auf dem Platz sowie fehlende Laufbereitschaft hatte bereits Vorgänger Stefan Fink erkannt und deshalb nach dem uninspirierten Auftritt in Bamberg noch in der Kabine seinen Rücktritt bekanntgegeben. "Er hat dies auch getan, um noch einmal einen Ruck in der Mannschaft zu bewirken", betonte Schrepel. "Damit wollte er dem Verein helfen."

Um die sportliche Talfahrt zu beenden, da lässt Schrepel keinen Zweifel, müsse der Teamgeist ab sofort wieder an die oberste Stelle rücken. "Alle müssen an einem Strang ziehen. Jeder muss für den anderen mitlaufen und dessen Fehler mit ausbügeln." Der Interimscoach fordert eine "lebendige Mannschaft, eine, die nicht jammert, sondern in dieser schwierigen Situation zusammenhält. Wir müssen jetzt mit Fleiß und Arbeit den Bock umstoßen." Das Ziel direkter Ligaverbleib, so Schrepel, sei trotz des Abrutschens auf Relegationsplatz 14 zu schaffen: "Da bin ich optimistisch."

Schwer ins Kontor schlägt allerdings der personelle Aderlass. Zu den "Rotsündern" aus der Partie gegen den TSV Aubstadt (1:2), Adam Hajek und Johannes Scherm (jeweils noch zwei Spiele gesperrt), gesellt sich nunmehr auch noch Florian Reich. Der erstmals seit Wochen wieder in die Startelf aufgerückte Mittelfeldspieler kassierte in Bamberg in der 70. Minute wegen einer Notbremse ebenfalls einen Platzverweis. Er wird den Schwarz-Blauen in den nächsten Spielen ebenfalls fehlen. "Die Sperren spielen uns natürlich nicht in die Karten", gibt Schrepel zu. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Ausfälle wegstecken können. Dann müssen halt andere in die Bresche springen."

An der Seite von Interimscoach Schrepel macht im Übrigen Matthias Winter als Co-Trainer weiter. Dagegen hat Martin Schuster seine Tätigkeit in dieser Funktion beendet.
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