14.04.2017 - 11:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden - VfB Eichstätt 1:1 Später Lohn

Ein früher Rückstand, viele vergebene Chancen und ein ermüdendes, weil ertragloses Anrennen: Bis zur 90. Minute deutet vieles auf die vierte Pleite in Serie der SpVgg SV Weiden gegen den VfB Eichstätt in der Bayernliga hin. Dann bricht die letzte Spielminute an, und Sturmtank Benjamin Werner schraubt sich zum Kopfball hoch.

Die Weidener Thomas Schneider (vorne) und Stefan Graf hatten gegen ihre Eichstätter Verfolger immer wieder die Nase vorn. Doch es dauerte bis zur 90. Minute, ehe der Ausgleich für die Schwarz-Blauen gelang. Bild: Eger
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Es glich einer lange herbeigesehnten Erlösung, als Benjamin Werner in letzter Minute eine Flanke von Christoph Hegenbart zum hochverdienten 1:1-Endstand einnickte. Die Weidener Ersatzbank explodierte und stürmte aufs Spielfeld: Allen voran Trainer Franz Koller, der in bester Jürgen-Klopp-Manier wie wild umherhüpfte. Jede Menge Adrenalin verdrängte zumindest für kurze Zeit seinen grippalen Infekt, der ihn eigentlich flachgelegt hatte.

Selbst Eichstätts Trainer Markus Mattes zollte dem couragierten und spät belohnten Weidener Anrennen auf der Pressekonferenz Respekt: "Wenn die SpVgg SV immer so spielen würde wie heute, dann stünde sie nicht in der Tabellenregion, wo sie sich derzeit befindet. Wir müssen mit diesem einen Punkt heute zufrieden sein." Zwar verpasste der VfB zwei wichtige Zähler im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga, hält aber bei zwei Nachholspielen in der Hinterhand und nur vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Viktoria Aschaffenburg weiter alle Trümpfe selbst in der Hand.

Mehr drin für Weiden

SpVgg-SV-Coach Franz Koller wollte und konnte seinem Kollegen gar nicht widersprechen: "Wir haben heute ein richtig gutes Spiel gemacht. Das war genau die Reaktion, die ich mir von der Mannschaft nach dem schwachen Auftritt von Haibach erhofft hatte." Dennoch blickte Koller sowohl mit einem lachenden als auch mit einem weinenden Auge auf diese intensive Partie zurück. "Auf der einen Seite bin ich glücklich, dass wir spät zumindest noch einen Zähler eingefahren haben. Andererseits wäre auch mehr möglich gewesen, wenn ich auf unsere Vielzahl an hochkarätigen Tormöglichkeiten blicke." In der Tat war Weiden über 90 Minuten die aktivere Mannschaft, kreierte selbst etliche Chancen und ließ auf der Gegenseite keine einzige gefährliche Offensivaktion für die ambitionierten Gäste zu - außer in der Anfangsphase.

Die Partie begann alles andere als wunschgemäß für die Hausherren. Bereits nach 16 Sekunden verbuchte der VfB die erste Ecke. Fabian Eberle lief mustergültig in die Hereingabe und brachte seine Mannschaft mit einem wuchtigen Kopfstoß in Führung. Dabei kollidierte der Torschütze jedoch unglücklich mit einem Gegenspieler und verletzte sich schwer. Eberle zog sich einen Jochbeinbruch zu und fehlt dem VfB im Spitzenspiel gegen Aschaffenburg am Ostermontag. Weiden brauchte etwas, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen. Viele technische Unzulänglichkeiten - auf zugegebenermaßen katastrophalem Untergrund - und lange Bälle, die selten einen Mitspieler erreichten, prägten die Anfangsphase. Kapitän Thomas Wildenauer vergab die erste gute Möglichkeit, als er freistehend an Gästekeeper Hertel scheiterte (18.).

Reich verletzt raus

Nach 31 Minuten landete ein Kopfball von Stefan Graf nach einer Hegenbart-Flanke an der Unterkante der Latte, Werner verpasste den folgenden Abpraller knapp (31.). Kurz vor der Pause musste auch die SpVgg SV verletzungsbedingt wechseln: Florian Reich war bei einer Kollision mit dem Schiedsrichter unglücklich auf die Hand gefallen und musste raus. Für ihn kam Ibrahim Devrilen in die Begegnung. Und eben jener Devrilen belebte nach dem Seitenwechsel das Flügelspiel der Gastgeber. Nach seiner mustergültigen Flanke konnte sich Scherm aus kurzer Distanz die Ecke eigentlich aussuchen, scheiterte aber wiederholt am bravourösen VfB-Torwart Hertel (48.). Thomas Schneider (62.), Scherm (71./85.) und Werner (75.) vergaben weitere gute Möglichkeiten. Eigenes Unvermögen ging hier mit großem Pech Hand in Hand. Doch dann gelang eben Benni Werner der erlösende und umjubelte Ausgleichstreffer (90.).

In einer hektischen Schlussphase kassierten beide Teams einen Platzverweis: Weidens Scherm musste mit der Ampelkarte runter und Gästetrainer Mattes echauffierte sich ob eines zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffenen Eichstätter Angriffs zu sehr und durfte die letzten Minuten von der Tribüne aus verfolgen.

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