Tennis
Das Dreikönigsturnier in Tirschenreuth jährt sich zum 30. Mal

Diese Fünf hatten die Idee für das Tennis-Dreikönigsturnier: Gerd Frank, Victor Schiller (inzwischen verstorben), Manfred Tretter, Hans-Jürgen Kiermaier und Jürgen Roth (von links). Bild: privat
Sport
Weiden in der Oberpfalz
30.12.2016
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Tirschenreuth. Fünf Tennisbegeisterte haben vor über drei Jahrzehnten eine Idee. Sie wollen die Besten ihres Sports aus der Oberpfalz nach Tirschenreuth locken. Längst ist daraus ein Turnier geworden, bei dem es um Punkte für die deutsche Rangliste geht.

Boris Becker gewinnt am 7. Juli 1985 in Wimbledon. Steffi Graf ist zur selben Zeit auf dem Weg nach ganz oben. In Tirschenreuth ist das auf den Tennisplätzen Gesprächsstoff Nummer eins. "Der Tennisboom ging auch an uns nicht vorüber", erinnert sich Manfred Tretter. "Wir wollten ein Herrenturnier auf die Beine stellen, mit einem Endspiel an Dreikönig." Weitere begeisterte Mitstreiter in der Turnierleitung sind neben Tretter noch Gerhard Frank, Jürgen Roth, Hans-Jürgen Kiermaier und der inzwischen verstorbene Victor Schiller.

Die Voraussetzungen sind mit einer neuen Halle des Tennisclubs perfekt für das Vorhaben. Eingeschränkt sind die Tirschenreuther nur dadurch, dass lediglich zwei Plätze zur Verfügung stehen. Die erste Ausschreibung richtet sich an alle Oberpfälzer Tennisspieler. 35 Meldungen gehen ein. Tretter: "Wir waren höchst zufrieden damit."

Jörg Meiler vom TC Rot-Weiß Amberg gewinnt das erste Finale am Dreikönigstag 1988 gegen Mathias Küß von TC Grün-Rot Weiden. In der damaligen Ergebnisliste taucht auch Fred Böckl im Viertelfinale auf. Der Weidener ist heute im Seniorentennis eine Macht, ist Europa- und Deutscher Meister und führt die deutsche Rangliste der AK65 an. Es sind Spieler aus Amberg, Regensburg und Weiden, die in der Folgezeit das Turnier in Tirschenreuth dominieren. "Nur einmal schaffte es einer von uns ziemlich weit", weiß Tretter. "Eckart Faulhaber scheiterte 1990 erst im Viertelfinale."

Viele Spieler kommen zwar immer wieder nach Tirschenreuth, aber trotzdem sind die Teilnehmerzahlen, bedingt durch den regionalen Charakter, leicht rückläufig. Ab 1994 ist das Turnier offen für die Oberpfalz und Oberfranken. Seit 1999 ist es ein offenes Turnier. "Die Wertung fließt in die bayerische und deutsche Rangliste ein. Deshalb nutzen natürlich etliche unser Turnier", so Tretter. Um die 50 Spieler kämpfen auf den beiden Plätzen an der Franz-Heldweinstraße an vier Tagen um den Sieg. Diesmal vom 4. bis 7. Januar.

Gerne denkt Tretter an einige große Namen des Tennissports zurück, die schon in der Halle aufgeschlagen haben. "2005 gewann Martin Sinner vom TSV Reutlingen. Der spielte unter anderem mit Michael Stich in der Bundesliga, stand in der deutschen Daviscup-Mannschaft und war in der Weltrangliste auf Platz 42 zu finden. "Ein Highlight für uns", so Tretter. Auf der Startliste stand Alexander Bajin (2004/05 in Tirschenreuth), der lange Zeit der Trainingspartner von Serena Williams war.

Preisgeld aufgestockt

Für das 30. Turnier hat bereits Titelverteidiger Marc Sieber zugesagt, und etliche Spieler aus Rumänien, Polen, Holland und Tschechien. "Die müssen aber alle bei einem deutschen Verein gemeldet sein", erklärt Tretter. Auch bei den Preisen habe sich viel getan. Sind es zu Beginn nur Sachpreise, so hat der Tennisclub das Preisgeld jetzt auf 2500 Euro aufgestockt. "Wir haben treue Sponsoren, die uns seit Jahren die Stange halten", freut sich Tretter. Sonst ginge das nicht.

Die Turnierleitung, inzwischen ergänzt durch Jürgen Gleißner und Claus Bäumler, ist ein eingespieltes Team. "Wir haben genug Routine, um eine solches Turnier zu stemmen", erklärt Tretter. "Und seit 30 Jahren weiß ich immer, wo ich an Dreikönig bin", fügt er lächelnd hinzu.
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