19.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Unruhige Zeiten für die "Blue Devils" Nach Wutrede: Fans stehen zum 1. EV Weiden

Es brodelt gewaltig vor und hinter den Kulissen des 1. EV Weiden: Marcel Waldowskys Wutrede schlägt deutschlandweit Wellen, Ken Latta löst Milan Mazanec als Trainer ab, die Vorsitzenden Thomas Siller und Tobias Hacker kündigen ihren Rückzug an. Ist es das Ende des sportlichen Aushängeschilds von Weiden?

Die Fans sind das Rückgrat der "Blue Devils". Zurzeit wenden sich jedoch einige ab. Archivbild: Gebert
von Redaktion OnetzProfil

Nach einer enttäuschenden Saison geht es für den 1. EV Weiden unruhig weiter. Dem Traditionsverein, der 1985 gegründet wurde, droht der Abstieg in die Bezirksliga. Die Frage, wer die Nachfolge von Siller und Hacker bei der Jahreshauptversammlung im Sommer antreten wird, ist offen, ebenso, wie es finanziell weitergeht.

"Es wird weitergehen", zeigt sich Patrick Merz , Schriftführer des EHC Puckbusters Weiden e.V., optimistisch. "Der EV Weiden ist das sportliche Aushängeschild der Stadt. Allerdings steht auch der Verein - wie viele andere - vor dem Problem, Ehrenamtliche zu finden." Den angekündigten Rücktritt von Hacker und Siller bedauert Merz, der das Engagement der Vorsitzenden "seit Jahren schätzt". Auch die von Siller angekündigte "Auffanggesellschaft" wertet der 30-Jährige als positiv. "Allerdings würde ich die Sache anders angehen. Nicht über Sponsoren, sondern über eine Art Crowdfunding, in das man die Fans mit einbezieht."

"Als ich das Interview mit Waldwosky gesehen habe, war mir klar, dass es hohe Wellen schlagen wird", betont Oberbürgermeister Kurt Seggewiß . Auch der Trainerwechsel habe sich angedeutet. "Die Situation ist nicht leicht. Deshalb wünsche ich mir eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung." Sorgen um den Verein mache er sich nicht. "Ich bin überzeugt, dass Siller und Hacker einen Nachfolger präsentieren werden. Sie werden nicht so gehen", ist sich Seggewiß sicher, der Siller "sehr gut kennt" und für den die Entscheidung des Vorsitzenden deshalb nicht überraschend kam. "Er steht seit zehn Jahren voll hinter seinem Amt, da hat er jedes Recht, nach der langen Zeit einen Schlussstrich zu ziehen. Ich stehe hinter seiner Entscheidung."

"Es war ein Wutschrei zur rechten Stunde", sagt Alois Schröpf und zollt den Aussagen Waldowskys Respekt. Der Weidener ist Fan der ersten Stunde und saß von Anfang an auf der Tribüne, damals immer mit seinem Bruder, dem mittlerweile verstorbenen Oberbürgermeister und Namensgeber der Eissportarena, Hans Schröpf. "Seinem EV" hält Schröpf auch in schlechten Zeiten die Treue. Der Trainerwechsel werde hoffentlich neue Impulse geben. Die Mannschaft spiele ja nicht schlecht, aber die Leistungsträger hätten zuletzt nicht mehr die Erwartungen erfüllt. "Ich hoffe, dass es gut geht und der Verein eine neue Spitze findet."

Die Idee einer Spielbetriebs-GmbH findet Lothar Höher , ehemaliger Stadionsprecher, einen richtigen Schritt in die Zukunft. "Sie würde Finanzsicherheit geben, und falls mal was passiert, dann geht der Verein nicht mit kaputt." Man muss auch an die Verantwortlichen denken, die jahrelang ihren Kopf hingehalten haben. "Die Arbeit sollte auf mehrere Schultern verteilt werden", sagt Höher. "Ich hoffe, dass es gelingt."

Seit über 20 Jahren hält Renate Kaudel aus Weiden dem EV die Treue. "Und daran ändert sich auch nichts, müsste der Verein wieder von unten anfangen", sagt die 61-Jährige. Der Trainerwechsel sei richtig gewesen. "Jetzt hat der Verein die Chance, Neues zu entwickeln."

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