Volleyball
Lukas Bauer - der Teamleader aus dem Vilstal

Die Siegerpose sitzt: Lukas Bauer (rechts) hat nach seiner "wilden" Volleyballzeit mit Ausland und Nationalmannschaft in Frankfurt einen Verein (United Volleys) gefunden, bei dem er weiter erfolgreich spielen und nebenbei seine "zweite" Karriere mit Studium und Praktika vorbereiten kann. Bild: hfz
Sport
Weiden in der Oberpfalz
29.12.2016
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Rieden. Lukas Bauer ist erst 27, aber bereits im zehnten Jahr als Volleyballprofi. Nach seiner "wilden" Zeit im Ausland hat sich der Riedener in Frankfurt bei den United Volleys niedergelassen. Der Hunger nach Erfolgen ist nach wie vor groß, obwohl sein Karriereende auch im Raum stand.

Henning Wegter, Teammanager der United Volleys Rhein-Main, gerät ins Schwärmen, wenn man ihn auf Lukas Bauer anspricht: "Lukas ist ein super wichtiger Baustein in unserem Konstrukt. Er ist Co-Kapitän, ein echter Teamleader." Im Bundesligaspiel seiner Truppe gegen den TV Rottenburg bestätigte Bauer die Aussage seines Managers: Immer wieder stachelte der 27-Jährige aus Rieden seine Teamkameraden lautstark an, machte sie heiß.

"Seele des Teams"

Wegter ergänzt: "Unser Trainer hat einmal gesagt, er ist die Seele des Teams, der auch außerhalb des Spielfeldes die Jungs animiert, etwas zu unternehmen. Er ist nicht der klassische Söldner-Profi, sondern eine sehr angenehme Persönlichkeit." Bauer selbst kann nicht widersprechen: "Ich bin keiner, der sich nur um den eigenen sportlichen Erfolg kümmert. Ich schaue schon, dass es innerhalb der Mannschaft passt."

Der Erfolg kommt für den Oberpfälzer Volleyballprofi trotzdem nicht zu kurz. Mit den United Volleys, die erst vor eineinhalb Jahren gegründet wurden, holte er sich gleich im ersten Jahr den dritten Platz in Liga und Pokal. Im April dieses Jahres verlängerte er seinen Vertrag bis 2018. Aber auch ein Karriereende schien möglich: "Ich war mir unsicher, ob ich mit dem Volleyball aufhören soll." Diese Gedanken verflogen bald: "Die letzte Saison hat so viel Spaß gemacht, dass ich entschieden habe, zwei Jahre zu verlängern." Der Zeitpunkt war perfekt, denn im Wintersemester begann Bauer sein Masterstudium in Medien- und Kommunikationsmanagement, das zwei Jahre dauert.

Nicht zu spät aufhören

Der Spagat zwischen Studium und Sport sei sehr stressig, gibt der 2,03-Meter-Mann zu. Aber: "Das ist mir lieber so, das bin ich gewohnt, seit ich Profi bin. Nur auf die Karte Volleyball setzen möchte ich nicht." Wie es für Bauer, der mit dem VfB Friedrichshafen zweimal deutscher Meister wurde, in zwei Jahren weitergeht, weiß er noch nicht. Nur eins: "Mein Ziel ist, Volleyball nicht bis zum bitteren Ende auszureizen. Ich möchte nicht zu spät in den zukünftigen Beruf einsteigen."

Vor seinem Wechsel zu den United Volleys spielte Lukas Bauer vier Jahre in Frankreich. "Ich habe das als Challenge gesehen, allein in ein neues Land zu gehen." Und es hat sich gelohnt: "Das war ein großer Erfolg, ich hab da ganz viel gelernt - im Sport und für mich selbst." Wegen des Studiums ging's zurück nach Deutschland und in die Bundesliga, wo ihn mehrere Vereine haben wollten.

Bauer entschied sich für die United Volleys, weil vor allem die sportliche Aussicht stimmte: "Ich wollte nicht gegen den Abstieg spielen, ich wollte das noch mal professionell angehen." Auch der TSV Herrsching, der sich selbst "der geilste Club der Welt" nennt und in diesem Jahr für große Aufmerksamkeit gesorgt hat, war damals im Gespräch: "Das habe ich mir überlegt. Persönlich hätte das mit der Nähe zu München gepasst, aber ich wollte noch einmal Gas geben." Bei den United Volleys sei eben ein ganz anderes Umfeld geboten: "Herrsching hat viel weniger Mittel als wir. Was sie aber machen, ist genial. Ich bin ein großer Fan und hätte mich damit identifizieren können. Aber sportlich ist da schon noch mal ein Unterschied."

Sein Ziel: Endspiel

Denn die United Volleys wollen in der Bundesliga ganz vorne mitspielen. Das klappt bisher ganz gut: Nach zehn Spieltagen stehen sie punktgleich mit, aber knapp hinter Rekordmeister Friedrichshafen auf Platz drei. "Wir haben kein festes Ziel ausgemacht, aber ich sag' schon, dass mein persönliches Ziel das Finale ist." Obwohl Bauer zu den besten Mittelblockern der Liga zählt, ist der Riedener nicht mehr in der deutschen Nationalmannschaft zu finden. "Das ist überhaupt kein Thema mehr. Ich habe mich damit aber arrangiert und meinen Fokus anders gesetzt. Auf Studium und Reisen", sagt der 21-fache Nationalspieler.

Das Match gegen den TV Rottenburg gewannen die United Volleys übrigens klar mit 3:0. "Das Spiel lief gut. Bin mit meiner Leistung zufrieden, da ich mein Team gut zusammengehalten habe und wichtige Punkte machen konnte", sagte Lukas Bauer nach dem Spiel. Der entscheidende Punkt zum Sieg gelang nämlich ihm - ein Führungsspieler halt.
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