07.03.2018 - 18:52 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Vorsitzender des Tennisclubs Postkeller will sich zurückziehen - und Tennis spielen Niko Kühnhackl verzichtet

Niko Kühnhackl ist "Urgestein"beim Tennisclub Postkeller, seit Gründung vor 50 Jahren Mitglied. Bei seiner Aufnahme gerade neun Jahre alt, wuchs er quasi beim Postkeller auf. Vater Hans war Schriftführer, Mutter Edith trainierte den Nachwuchs. Sein Weg war vorgezeichnet: Spieler, Schriftführer, zweiter Vorsitzender, und schließlich leitet er seit zehn Jahren den renommierten Tennisclub. Am Freitag will er einen anderen Weg einschlagen.

Niko Kühnhackl verzichtet nach zehn Jahren an der Spitze des TC Postkeller auf eine erneute Kandidatur. Bild: Wilck
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Der erst 59-Jährige kandidiert bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr, sondern will sein Amt in jüngere Hände legen. "Die 40-Jährigen sollen ran. Wir haben geeignete Kandidaten, Tennisenthusiasten, die den Club auch von außen sehr gut kennen", bestätigte er im NT-Gespräch.

Sind Sie mit 59 Jahren nicht zu jung, um als Chef aufzuhören?

Niko Kühnhackl: Zehn Jahre an der Spitze sind genug. Wer zu lange bleibt, entwickelt zu viel Routine, hängt zu sehr an seinen alten Zöpfen, sieht nicht mehr die nötigen Veränderungen und hat nicht mehr die Energie, um wichtige Baustellen in Angriff zu nehmen. Ich hab' bei den Bambini, den Kindern und in der Jugend bis hoch zu den ersten Herren gespielt, war damals mit dem Team um Erwin Jäger Landesliga-Meister. Nach einer schweren Verletzung an der Hand war es dann aber mit dem Leistungssport vorbei.

Aber nicht mit der Mitarbeit im Club?

Zunächst ging's ins Studium. Und als ich zurückkam, hat man mich 1993 gefragt, ob ich nicht ein bisschen für die Zeitung schreiben will. Ich glaub', es sind mehr als 1000 Artikel geworden. Dann kam die gute Zeit in der Regionalliga und der Aufstieg in die Bundesliga. Ich habe die Öffentlichkeitsarbeit erledigt und viele Tennisstädte kennengelernt.

Diese Zeit mündete in Ihren weiteren Aufstieg in der Vorstandschaft?

1998 gab Jakob Pfister das Amt an Albert Aulinger ab, dem schon im Jahr 2000 Gernot Schreyer folgte. Ich wurde 2000 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Gernot Schreyer wollte 2008 aufhören, und ich bin Vorsitzender geworden in einer Zeit zahlreicher Umbrüche mit den bekannten Abstiegen bis in die Bezirkklasse 2.

Wo steht der TC Postkeller heute?

Unsere Damen spielen in der Landesliga, die Herren in der Bezirksklasse 1. Wir haben viele Talente. Mir ist es wichtig, dass sie sich entwickeln und Erfolg haben. Wir versuchen, in die Bezirksliga zu kommen und uns dort festzusetzen. Im vergangenen Jahr konnten wir die Mitgliederzahl von 220 auf 250 steigern.

Die Tennisclubs waren aber schon wesentlich stärker.

Wir haben in Weiden eine unglaubliche Dichte an Vereinen. Und wer in höheren Ligen spielen will, braucht den entsprechenden wirtschaftlichen Hintergrund. Wir haben den Nachwuchs, der sich in der Bezirksliga, der höchsten Klasse in der Oberpfalz, behaupten könnte. Das können wir aus eigener Kraft auch schaffen.

Was macht ein Niko Kühnhackl ohne forderndes Ehrenamt?

Sich um die Familie, um die Frau kümmern, die Gitarre hervorholen, vor allem aber endlich schön entspannt Tennis spielen.

Zur Fusion bereit

Eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Weidener Tennisvereinen hätte sich Nico Kühnhackl, Präsident des TC Postkeller, durchaus vorstellen können. "Wir sind doch alle Sportler." Als beim Turnerbund darüber beraten wurde, dass Grund, eventuell auch einige Tennisplätze, verkauft werden sollen, um die "Altlasten" des TC Grün-Rot zu tilgen, habe er dem Club angeboten, dessen Tennisspieler auch beim TC Postkeller auf die Plätze zu lassen.

"Sie hätten unter ihrem Namen TC Grün-Rot bei uns spielen können. Unsere Türen sind immer offen. Ich begrüße ein engeres Zusammenrücken aller Beteiligten in der Weidener Tennisszene sehr, weil ich sehe, wie viele Talente wir in der Stadt haben." Die Mitgliederstrukturen der Clubs würden sich sehr gut ergänzen, glaubt der langjährige Vorsitzende des TC Postkeller. "Wir wären bereit zu fusionieren."

Kühnhackl betont aber auch, dass der TC Postkeller die besten Voraussetzungen für Tennisspieler in der Stadt biete. "Wir haben seit 25 Jahren eine Tennishalle mit vier Feldern sowie mit beheiztem Fußboden. Und wir haben zwölf Freiplätze. Alles ist bestens in Schuss. Wir haben ein gut gehendes Restaurant, das Mittelpunkt im gesellschaftlichen Leben der Tennisfamilie ist." (wd)

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