19.07.2017 - 17:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Weidener Volleyball-Quartett wird flügge Baggern, pritschen, Bier holen

Ein Quartett wird langsam flügge: Vor zwei Jahren sprangen Paul Soderer, Janek und Jonas Lindner sowie Philipp Weiß beim Volleyball-Drittligisten VGF Marktredwitz ins kalte Wasser. Inzwischen zählen die Teenager zum Stamm-Personal. Den größten Erfolg der Saison feiern sie jedoch mit dem Nachwuchs.

Kein Durchkommen: Janek Lindner (links, Nummer 10) und Paul Soderer (rechts) bilden in einem Drittliga-Spiel der VGF Marktredwitz einen Youngster-Block gegen einen gegnerischen Angriffsschlag Bild: Peter Perzl
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Weiden/Marktredwitz. Oberfränkischer Meister, Nordbayerischer Meister, Bayerischer Vizemeister, Zwölfter bei den deutschen Meisterschaften und last, but not least: Tabellenplatz sechs mit der VGF Marktredwitz in der 3. Volleyball-Liga. Die vergangene Spielzeit glich für das Weidener Quartett in Diensten des oberfränkischen Klubs einem einzigen Höhenflug. Doch im Gespräch mit Oberpfalz-Medien wirken die Talente alles andere als abgehoben - bodenständig, schüchtern und auch etwas erschöpft von einer kräftezehrenden Saison blicken die Jungs, die dem TB Weiden entstammen, auf ihre Erfolge zurück.

Training in Eigenregie

"Es war eine tolle Serie, hat richtig Spaß gemacht, aber jetzt ist es auch angenehm, dass wir mal etwas Pause haben", sagte Weiß (17). Wobei Pause in diesem Fall relativ ist. "Unser Trainer Milan Cernousek bittet uns Anfang August schon wieder zum Vorbereitungstraining für die neue Saison. Aber unter Anleitung unseres Kapitäns Jan Liebscher arbeiten wir bereits jetzt wieder in Eigenregie im Ausdauerbereich", sagte Jonas Lindner (19).

Zwar ging die Saison bei den Herren in der 3. Liga bereits Mitte April zu Ende, doch mit der U20-Vertretung der VGF eilten die Nachwuchskräfte auch danach noch von Erfolg zu Erfolg. "Höhepunkt unserer tollen Saison war sicher der Erfolg über den TSV Unterhaching in dessen eigener Halle im Halbfinale der bayerischen Meisterschaft", blickte Soderer (18) auf den glatten Zweisatzerfolg (25:21, 25:23) gegen den späteren Deutschen Meister zurück, der nur Dank einer Wildcard überhaupt bei den nationalen Titelkämpfen starten durfte.

"Haching war der große Favorit, aber hat uns krass unterschätzt. Die Spieler wärmten sich fast nicht auf und unser Trainer Jan Liebscher hat uns daraufhin entsprechend heiß gemacht", sagte Janek Lindner (18).

Der triumphale Durchmarsch von den oberfränkischen zu den deutschen U20-Meisterschaften ist auch Ausdruck der veränderten Rolle des Quartetts innerhalb des Herren-Teams. Nach dem Sprung ins kalte Wasser in der Premieren-Saison, haben sich Weiß, Soderer und die Lindner-Brüder in ihrer zweiten Drittliga-Serie freigeschwommen.

"Spielervermittler" Soderer

"Klar ist es nach wie vor ein sensationelles Gefühl, vor tobenden Fans in der Marktredwitzer Sebald-Halle zu spielen. Aber inzwischen schüchtert es die Gegner mehr ein als uns. Wir haben uns an diese fantastische Stimmung gewöhnt", sagte Weiß über die beeindruckende Heimspiel-Atmosphäre vor regelmäßig über 300 Fans zur besten Ausgeh-Zeit am Samstagabend. Nicht nur auf dem Feld, auch im regen Vereinsleben sind die Weidener in Marktredwitz fest integriert. So fungiert Soderer etwa auch als "Spielervermittler", wie die VGF auf ihrer Facebook-Seite bekanntgab. "Daniel Weber ist mein Beach-Partner im Sommer und er wechselt jetzt in der neuen Spielzeit von Amberg mit zur VGF", bringt der "Agent" etwas Licht ins Dunkel seiner Nebentätigkeit.

Aber trotz dem Mehr an Verantwortung, das die Jung-Spieler auf und neben dem Platz inzwischen zu schultern haben, wird sich für Weiß auf absehbare Zeit eine Tatsache nicht ändern: "Das Bier für die Mitspieler nach dem Training oder nach den Spielen muss immer noch ich besorgen - es wird Zeit, dass da mal jüngere Spieler nachrücken." Bei einer solch erfolgreichen Jugend eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Das Bier für die Mitspieler nach dem Training oder nach den Spielen muss immer noch ich besorgen.Philipp Weiß über die Pflichten des Jüngsten im Team

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