09.04.2018 - 15:20 Uhr
Oberpfalz

Zweijährige Sperrung des Realschulbades Schwimmer fürchten Untergang

Der Schwimmverein ist in akuter Sorge, dass seine Sportabteilungen die Sanierung des Realschul-Hallenbades nicht überleben. Die Schließung für voraussichtlich zwei Jahre könnte den aktiven Sportlern das Genick brechen, heißt es.

Goldene Ehrennadeln gibt es vom Schwimmverein für den langjährigen früheren Vorsitzenden Reinhard Meier (links) und Kassier Norbert Ziegler (Zweiter von rechts). Mit im Bild Vorsitzende Ilona Rath-Lux, CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer (Zweiter von links) und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (rechts). Bild: eig
von Redaktion OnetzProfil

Diese Befürchtung wurde in der Jahreshauptversammlung des Schwimmvereins 1921 in der Gaststätte Schätzlerbad wiederholt geäußert. Die Schwimmabteilung findet aus diesem Grund im Moment auch niemanden, der die Leitung übernimmt. Es gibt ein Leitungsteam, bestehend aus fünf Trainern, aber keinen Abteilungsleiter.

Trainer Michael Brandl sagte im Beisein von Oberbürgermeister und Stadträten, dass der Ausfall des Realschulbades für zwei Winter möglicherweise der "sportliche Exitus" für die Abteilung sei. Die aktiven Schwimmer trainierten zu 80 Prozent in der Halle. Zwar arbeite die Stadt an einem Ausweichplan innerhalb der Thermenwelt (WTW), aber dort fehle allein schon ein abgetrenntes Lehrschwimmbecken.

Brandl rechnet eigenen Worten zufolge nicht damit, dass der SV ausreichend Trainingsstunden in der WTW bekommen wird. Falls doch, habe die Abteilung ein finanzielles Problem; die Eintrittsgelder für das Training in dieser Zeit würden sich auf rund 65 000 Euro belaufen. Dies könnten weder die Abteilung noch der Verein stemmen.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sicherte dem Verein zu, die Mehrkosten für das Training werde die Stadt übernehmen. Ansonsten bat er jedoch um pragmatische Zusammenarbeit: "Wir müssen die Zeit einfach überstehen." Die Stadt tue alles, was in ihren Kräften stehe, um so viele Trainingsstunden wie möglich zur Verfügung zu stellen. Er räumte jedoch ein: "Für die Leistungsschwimmer wird es eng."

Genau das ist jedoch laut Bernd Zielonka, Schwimmtrainer wie Brandl, das Problem. Der Spitzensport werde wegbrechen, sagte er, in der Folge dann auch der Nachwuchs.

Dabei blicken Schwimmer wie auch Wasserballer auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Allein die Wasserballer-Herren haben nach den Ausführungen ihres Abteilungsleiters Irek Luczak im vergangenen Jahr "alles gewonnen, was zu gewinnen war". Im Moment nutzten die Wasserballer die entspanntere Situation in der 2. Liga für eine Verjüngung. Ob man heuer den Wiederaufstieg in die Bundesliga in Angriff nehme, sei noch nicht entschieden.

Die Vorsitzende des Schwimmvereins, Ilona Rath-Lux, wies auf die gefährdeten Arbeitsplätze der Schwimmlehrer hin. Künftig könne es nur noch im Schätzlerbad Kurse geben. Die Sanierung des Realschul-Hallenbades sei aber nicht das einzige Problem des Schwimmvereins. Der defekte Beckenkopf, das ist der obere Teil der Beckenumrandungen, verursache einen großen Wasserverlust. Eine Sanierung ist laut Rath-Lux unumgänglich. Ihr Stellvertreter Klaus Kunz bezifferte den finanziellen Aufwand für die Sanierung der 40 Jahre alten Becken auf etwa eine Million Euro. Seggewiß versicherte, dass die Stadt entsprechende Mittel im nächsten Haushalt bereitstellen werde. Eine neue Rutsche für rund 300 000 Euro will der Verein mit Hilfe von Sponsoren selbst finanzieren.

Erfreuliches berichtete Peter Rathgeber, Abteilungsleiter Volleyball des Turnerbundes. Demnach sind die Voraussetzungen für die Multifunktionsanlage für Beach-Sportarten an den bestehenden Volleyball-Feldern geschaffen. Beide Vereine hoffen nun, dass die Felder zum Saisonauftakt am 15. Mai bespielbar sind. Die Ehrenvorsitzende des Schwimmvereins, Ulla Albert, bemerkte zu dieser Kooperation mit dem Turnerbund: "Nun findet wieder zusammen, was zusammengehört." Es seien schließlich Turnerbund-Mitglieder gewesen, die 1921 den Schwimmverein gegen viele Widerstände gegründet hätten.

Mit der Goldenen Ehrennadel wurde Kassier Norbert Ziegler ausgezeichnet, der die Umstrukturierung des Vereins in eine gemeinnützige GmbH, die nun das Personal beschäftigt, gemanagt hat. Dieselbe Auszeichnung erfuhr Rath-Lux' langjähriger Vorgänger Reinhard Meier, inzwischen Präsident des Stadtverbandes für Leibesübungen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.