Karte bietet Übersicht zum Zustand aller bayerischen Bahnbrücken
Abriss von vier Brücken erforderlich

Eisenbahnbrücke Amberg
Etwa 175 Bahnbrücken in Bayern sind in einem solch schlechten Zustand, dass sie abgerissen und ersetzt werden müssen. Dazu zählen auch vier Brücken in der Oberpfalz. Die 175 aufgeführten Brücken sind vier Prozent aller bayerischen Bahnbrücken.

Sichtbar wird dies, seitdem die Kollegen der Zeit vorhandene Daten der Deutschen Bahn auf eine Übersichtskarte übertragen haben. Die offen bereit gelegten Daten haben wir zum Anlass genommen, uns die Situation der bayerischen Eisenbahnbrücken anzusehen und in eine Karte einzupflegen.



ErklärungRot: Muss abgerissen werden, Gelb: Umfangreiche Schäden, Grün: Größere Schäden, Blau: Punktuelle Schäden

Genau 1210 Bahnbrücken weisen so umfangreiche Schäden auf, dass eine Reparatur dringend erforderlich ist. Immerhin, so schätzt es die Bahn ein, ist diese noch möglich. In der sogenannten Kategorie 2 wird die größte Zahl der Brücken summiert: 1810 Brücken weisen große Schäden auf, das sind fast 40 Prozent aller bayerischen Bahnbrücken. Nur 725 Brücken sind nach Einschätzung der Deutschen Bahn in einem Zustand, der nur punktuelle Schäden aufweist. Immerhin 692 Brücken werden in der Einschätzung ohne Kategorie aufgeführt.

Bereits Anfang August wurde von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht, wie es um die Oberpfälzer Bahnbrücken bestellt ist. Dazu zählen eine Brücke in Kulmain (Strecke Nürnberg-Marktredwitz), sowie je eine Brücke in Schwandorf, Weiden und in Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach). Auch im benachbarten Regensburg sind elf Bahnbrücken in einem so schlechten Zustand, dass sie abgerissen werden müssen. Die Überprüfung der Brücken erfolgt von der Deutschen Bahn selbst in einem dreijährigen Turnus.

Es gibt mittlerweile zunehmende Forderungen aus der Politik, die Bahn müsse mehr Geld für die Sanierung einsetzen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass der Bund der Deutschen Bahn AG jeweils 250 Millionen Euro zusätzlich zu den jährlichen 2,5 Milliarden Euro für Erhalt und Sanierung zur Verfügung stellt. Verwendet werden soll das zusätzliche Geld für die Verbesserung der Barrierefreiheit auf Bahnhöfen sowie die Sanierung der Brücken.

In diesem Beitrag haben die Kollegen der Zeit dokumentiert, wie sie die Daten aufbereitet haben. Die Kollegen der Ruhr Nachrichten haben eine Auflistung der Bahnbrücken in Nordrhein-Westfalen vorgenommen. Möglich wurde die Aufbereitung der Daten erst durch eine Reihe von kleinen Anfragen der Grünen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung, wie die Zeit-Kollegen berichten.