Was die Zertifizierung des interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentrums für Menschen mit Inkontinenz bedeutet
Der Patient im Zentrum

(Foto: Norbert Eimer)

Das Ziel ist erreicht: Das interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum ist nunmehr zertifiziert. Was sich recht theoretisch anhört, hat für Menschen mit Inkontinenz und Beckenbodeninsuffizienz tatsächlich enormen praktischen Nutzen – sie können sich darauf verlassen, medizinisch in den besten Händen zu sein. Genauer gesagt, in einer Vielzahl von besten Händen, denn Spezialisten aus acht verschiedenen Disziplinen betreuen den Patienten. „Diese hohe Multidisziplinarität ist in Deutschland selten“, sagt Chefarzt Professor Dr. Dr. Thomas Bschleipfer unter dessen Federführung das Zentrum gegründet und zertifiziert worden ist.

Die eingerahmte Zertifizierungsurkunde hängt erst seit kurzem an der Wand und bestätigt ein dreijähriges Engagement, am Weidener Klinikum ein Beckenbodenzentrum zu gründen und dessen hohen Standard durch die Zertifizierung bestätigen zu lassen. „Dies ist vor allem eine Teamleistung, ohne die fachübergreifende Kollegialität wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“

Die Zertifizierung bescheinigt dem Weidener Klinikum Behandlungen auf höchstem Niveau, dafür sind von unabhängiger Stelle zahlreiche Faktoren betrachtet worden: Klar definierte Anforderungen und Qualitätskriterien wie beispielsweise regelmäßige Konferenzen und Besprechungen, das Vorhalten verschiedenster diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten, die Einführung standardisierter Behandlungspfade und eine Mindestzahl durchgeführter Operationen im Jahr ist Ziel für 2017 und 2018. Erkrankungen des Beckenbodens sind komplex, meist überschneiden sich bei Diagnostik und Therapie mehrere medizinische Fachbereiche. „In unserem Zentrum sind Frauenheilkunde, Urologie, Allgemeinchirurgie, Medizinische Klinik, Radiologie, Neurologie, Schmerztherapie und Physiotherapie vernetzt. Damit garantieren wir ein maximal ganzheitliches Behandlungskonzept.“ Ein Konzept, das die Versorgung von Patienten in der nördlichen Oberpfalz höchst individuell sicherstellt – und eines, das zahlreichen Betroffenen Lebensqualität zurückgibt. Denn von Beckenbodenstörungen mit entsprechenden Insuffizienzen sind Menschen unterschiedlichen Alters betroffen. „Die größte Hürde, die es zu nehmen gilt, ist die Überwindung der Scham. Inkontinenz ist noch immer ein großes Tabuthema, entsprechend hoch der Leidensdruck.“

Dabei kann Männern und Frauen schnell und nachhaltig geholfen werden. Moderne Medikamente sind hoch wirksam und sehr gut verträglich. Operationen, wenn sie denn nötig sind, können in den meisten Fällen minimalinvasiv durchgeführt werden. „Eine operative Stabilisierung des Beckenbodens stellt für den Patienten heute keine allzu große körperliche Belastung mehr dar, Bandimplantate können schnell und schonend eingesetzt werden. Auch die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie ermöglicht hervorragende Ergebnisse mit nur kurzer Verweildauer im Krankenhaus.“ Professor Dr. Dr. Thomas Bschleipfer betont die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachkollegen und Hausärzten, denn: „Je früher Patienten zur weiteren diagnostischen Abklärung zu uns geschickt werden, desto effektiver können wir ihnen helfen.“

Text und Foto: Norbert Eimer

Ihr Kontakt zu unsKlinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie
Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum
Kliniken Nordoberpfalz AG
Söllnerstraße 16
92637 Weiden

Chefarzt Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie
Professor Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer, F.E.B.U.

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Freitag von 8.00 bis 14.30 Uhr
Telefon: 0961/303-3302

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