30.06.2017 - 22:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

142 Abiturienten des Kepler-Gymnasiums bekommen ihre Reifezeugnisse Bereit für eigene Wege

"Wir verlassen nicht nur die Schule. Wir lassen auch einen Teil unserer Familie hinter uns, den Ort, an dem wir groß geworden sind." Abiturientin Christin Rückbrodt spricht mit Tränen in den Augen. "Sie haben unser Leben bereichert."

Blumen und Trennungsschmerz: Das Kepler-Gymnasium verabschiedet 142 Abiturienten. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Eine schönere Abschiedsrede hätte sich am Freitagabend das Lehrerkollegium des Kepler-Gymnasiums nicht wünschen können. Rückbrodts Dank galt der Schulfamilie und all den engagierten und einfühlsamen Lehrern, die an sie und ihre Mitschüler geglaubt, ihre Selbstzweifel zerstört, sie nie aufgegeben hätten. In einer Feierstunde überreichte Schulleiterin Sigrid Bloch Reifezeugnisse an 142 Abiturienten. 35 hatten eine "1" vor dem Komma. Adrian Riedl, Tobias Bauer und Tim Mirus schafften jeweils die Traumnote 1,0.

Bauer bekam ferner von Professor Magnus Jaeger eine Mappe vom Kooperationspartner, der OTH Amberg-Weiden, für seine herausragende Arbeit über die logistischen Wachstumsfunktionen. Auch andere erfolgreiche Schüler erhielten Auszeichnungen. Oberstudiendirektorin Bloch erklärte die Bedeutung des Wortes Abitur mit "weggehen" oder "hinter sich lassen".

Auch wenn sich die Kepler-Tür für die Abiturienten jetzt schließe, stehe sie ihnen immer offen. Für sie gelte es jetzt, eigene Wege zu gehen. Einen "Königsweg" aber gebe es nicht. Das hätten die Absolventen aber in den letzten acht, manchmal auch neun Jahren selbst erkannt. Sie hätten gelernt, Wege mit Steigungen und Hindernissen zu überwinden.

Stärker nach der Krise

"Dass Ihre Wege auch künftig nicht immer nur gerade sind, ist wahrscheinlich." So mancher Weg halte Überraschungen bereit. Aber Probleme formten den Menschen. Krisenbewältigung stärke. "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen", habe schon Johann Wolfgang von Goethe formuliert. Sie wünsche jedem und jeder sein oder ihr ganz persönliches Lebensglück. Und in Hinblick auf den Namenspatron, den Astronomen Johannes Kepler: "Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Ihr Lebensweg unter einem guten Stern stehen möge."

Kinder fliegen lassen

Elternbeirat Michael Kraus bezog auch die Eltern in die Laudatio mit ein. Sie hätten zwölf Jahre lang mitgezittert. Jetzt seien ihre Kinder flügge geworden. "Lassen Sie sie fliegen." An die Adresse der Abiturienten: "Sie können stolz auf sich sein." Und sinngemäß: "Lasst Euch nie von Pessimisten beeindrucken oder aufhalten." Nirgends auf der Welt gebe es bessere Chancen als bei uns. "Nutzen Sie Ihre Chancen."

Veit Wagner gratulierte für den Förderverein. Die Arbeitslosenquote bei Akademikern sinke stetig. Anpassungsfähigkeit sei aber nach wie vor wichtig. "Auf Sie warten unglaubliche Möglichkeiten." Professor Jaeger überbrachte die Glückwünsche der OTH. "Sie können Veränderungen schaffen, die Sie heute noch nicht für möglich halten." Und: "Genießen Sie diesen Tag!"

Abiturientensprecher Andreas Hösl versuchte abzuwägen zwischen Akademiker-Arbeitslosigkeit und Chancenvielfalt. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein." Es spielte die Big Band des Kepler-Gymnasiums.

Die Besten

Schulbeste am Kepler sind Tobias Bauer, Tim Mirus und Adrian Riedl, jeweils mit der Traumnote 1,0. Eine "1" vor dem Komma haben die Abiturienten David Aderbauer, Johannes Bacher, Theresa Bonkoß, Karin Daubenmerkl, Daniel Dusold, Jonas Fischer, Fabian Frey, Benedikt Gailer, Franziska Gartner, Peter Gleißner, Andreas Gmeiner, Lena Götz, Nadine Götz, Sophia Jahreis, Klara Kostial, Ronja Künkler, Maximilian Lang, Michael Meckl, Felix Pausch, Ulrich Räth, Teresa Reichl, Jakob Rodestock, Christin Rückbrodt, Julian Sax, Felix Schneider, Lena Scholtz, Sarah Slama, Antonia Wechsler, Leah Weiß, Yannick Wittmann, Angelika Zitzmann und Katrin Zitzmann. (uz)

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Ihr Lebensweg unter einem guten Stern stehen möge.Kepler-Schulleiterin Sigrid Bloch
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