16000 Teilnehmer bei der Corrida de Noel in Issy-les-Moulineaux: Drei Weidener dabei
Kontrollierter Lauf

Weihnachtsmänner ohne Ende: Die Corrida de Noel ist in Weidens Partnerstadt Issy-les-Moulineaux ein Ereignis ersten Ranges. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung wegen der Terroranschläge abgesagt worden. In diesem Jahr waren bei den insgesamt sechs Läufen zwischen 1,4 und 10 Kilometern 16 000 Läufer dabei. Im Jahr 2017 ist die 40. Auflage geplant.

Zunächst läuft alles wie gehabt. Die Menschen in "Issy" strömen Richtung Sportpalast. Doch dann gibt es Stockungen. Kontrollen. Rucksäcke und Taschen bitte öffnen, auch die Jacken. Und dann ist da noch die auffallend schwerbewaffnete Polizei. In "Issy" läuft doch nicht alles wie gehabt.

Issy-les-Moulineaux. Die Corrida de Noel in Weidens Partnerstadt Issy-les-Moulineaux ist Kult in Frankreich. Vor zwei Jahren war ein neuer Rekord zu verzeichnen. 18 000 Kinder, Frauen und Männer liefen auf verschiedenen Strecken zwischen 1,4 und 10 Kilometern Länge durch die Pariser Vorstadt. Im vergangenen Jahr lief keiner.

Vorausgegangen waren feige Terroranschläge, unter anderem am "Stade de France" und an der Konzerthalle Bataclan. Danach herrschte Ausnahmezustand in Frankreich. Großveranstaltungen wurden aus Angst vor weiteren Attentaten abgesagt. Auch in "Issy". Zeit, die Kontrolle wieder vollends herzustellen. Und so ist die Corrida de Noel in diesem Jahr wieder zurück, wie der inzwischen 76-jährige Bürgermeister André Santini mit Nachdruck feststellt. Wenn auch unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.

Es wird schon gutgehen

Schwerbewaffnete Polizisten zu Fuß, auf Motorrädern, auch auf Fahrrädern, auf Pferden. Besonders gekennzeichnete auf Sprengstoff trainierte Hunde. Sie sollen die Angst bekämpfen und rufen sie auch wieder hervor. Denn die Angst ist nach wie vor vorhanden in Paris und den Vorstädten, wie Ulrike Maronnie erläutert. Die gebürtige Schwäbin ist im Partnerschaftsbüro in "Issy" für Weiden zuständig. Viele versuchen zu verdrängen, sagt sie. "Es wird schon gut gehen", laute die Devise.

Am Sonntag ist es dann auch wieder gutgegangen. Nicht ganz so euphorisch, aber trotzdem war die Stimmung insgesamt gut. Unter den 16 000 Läufern waren auch drei offizielle Weiden-Vertreter. Ganz begeistert war Hobby-Läuferin Birgit Loew, die noch Stunden nach dem Zieleinlauf im Stadion Jean Bouin übers ganze Gesicht strahlte. Sie hat die Atmosphäre genossen, die vielen Bands auf der Strecke, die tolle Musik machten. "Ich habe denen auch applaudiert." Julia Schraml hat den Lauf sogar gewonnen. Die 17-jährige Kepler-Schülerin, die eigentlich die Mittelstrecke (800 Meter) bevorzugt, war schnellste Frau über 10 Kilometer. Pech hatte ihr Bruder Christoph. In Führung liegend, wurde er von einer Motorradbegleitung falsch gelotst und aller Siegchancen beraubt. Der 19-Jährige ist hauptamtlich beim ARV und ehrenamtlich beim BRK.

Am Tag zuvor hatten Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und sein Kollege aus Macerata, Mario Iesari, vor der Konzerthalle Bataclan zu Ehren der Opfer der Terroranschläge von 2015 einen Kranz niedergelegt. (Weiterer Bericht folgt.)
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