26.11.2017 - 14:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

2018 gibt es eine neue Auflage des Seifenkistenrennens Volle Fahrt für "Weiden ist bunt"

Weil es die Braunen 2009 zu bunt treiben, Neonazis schon zum zweiten Marsch durch die Max-Reger-Stadt ansetzen, wollen OB Kurt Seggewiß und Stadtjugendpfleger Farbe bekennen. Sie mobilisieren das Aktionsbündnis "Weiden ist bunt". Im Jahr 2017 war aus einem anderen Grund besonders viel Tempo drin.

Der neue Sprecherrat des Aktionsbündnisses "Weiden ist bunt" mit Veit Wagner (sitzend), der zum Vorsitzenden gewählt wurde. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Bei der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus blickte das Aktionsbündnis auf ein aufregendes Jahr zurück und wählte Veit Wagner zum Vorsitzenden des Sprecherrats. "Wir betonen unsere grundsätzliche Bereitschaft, wach zu sein", unterstrich Wagner. "Wir wollen weiterhin Widerstand aufbauen gegen Gefährdungen der Demokratie."

Schulen mit im Boot

Das Motto "Weiden ist bunt" bedeute, dass Weiden eine Stadt sei, die vielfältig, offen und tolerant bleiben wolle. "Wir setzen auf Phantasie, Vernunft und Pragmatik. Wir wenden uns gegen Einfalt, Dummheit, gegen allerlei Blindheit, gegen Wut und Hass und verurteilen Aggressionen bei Auseinandersetzungen mit Neuem und Fremdem."

Man habe das Aktionsbündnis gegründet, um die demokratischen Errungenschaften im Land zu fördern und ihre Strukturen zu stärken. Das Bündnis werbe für Projekte wie "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" und kläre die Bevölkerung mit Vorträgen und Lesungen über die braune Bedrohung auf. Dabei suche das Bündnis die Solidarität der Menschen in der Region, um Vielfalt und Demokratie in der Gesellschaft zu bewahren.

"Wir sind kein juristischer Verein", unterstrich Zenger. "Wir sind keine formelle Gruppe." Man wolle verstärkt Gruppen ansprechen und mit ins Boot holen. In seinem Rückblick erinnerte Wagner an den Internationalen Tag gegen Rassismus, die Wanderausstellung "Verehrt, verfolgt, vergessen", eine Demonstration gegen Massenabschiebungen nach Afghanistan und den Vortrag über die AfD, die keine Alternative für Deutschland sei. Breiten Raum nahm das Weidener Seifenkistenrennen ein, das am 22. Juli 2018 eine Wiederholung finden werde.

Wagner dankte vor allem Cheforganisator Nico Erhardt. Der pädagogische Mitarbeiter im Jugendzentrum hatte die Idee kreiert und die dann zusammen mit Sebastian Flaschel umgesetzt. Keiner habe mit diesem grandiosen Erfolg gerechnet, betonte Erhardt. "Wir haben geglaubt, dass 300 bis 400 Leute kommen würden." Am Ende waren es 6500 Seifenkistenfreunde, die 34 Teams angefeuert hatten. Dazu wurden 100 Helfer und 3500 Reifen zur Streckensicherung benötigt.

"Ich kann mich in all den Jahren an nichts Vergleichbares erinnern", meinte Zenger. "Höchstens vergleichbar mit dem ersten Kinderbürgerfest." Der ganze Wettkampf sei eine Riesenfreude gewesen. "Jeder hat's dem anderen gegönnt." Das nächste Rennen koste wieder 10 000 Euro. Wagner forderte die Organisatoren auf, diesen Betrag einzuplanen und Sponsoren dafür zu finden. Er betonte: "Bis Ende Februar muss die Finanzierung stehen."

Man brauche keine öffentlichen Ratschläge, wie etwa, den Begriff "Demokratie leben" zu stärken, sagte Zenger. "Wir werden keine Workshops machen, wie man Demokratie lebt. Diesen Krampf werden wir nicht mitmachen. Wir wollen zeigen, wie man Demokratie lernt." Und das gelinge mit Projekten wie einem Seifenkistenrennen. Die Schwerpunkte für 2018: Ein Theaterstück über Ephraim Lessings "Nathan der Weise" sowie der Film "Heute du, morgen ich."

Neu im Sprecherrat

Maria Sponsel erwägte, junge Leute über den Sport zu mobilisieren und Läufe zu organisieren. Zenger: "Am besten zur Bundeszentrale der AfD in Berlin." Wagner könnte sich einen Lauf nach Wunsiedel vorstellen. Das Aktionsbündnis zählt aktuell 230 Einzelmitglieder, 31 Organisationen und sechs Schulen.

Neu in den Sprecherrat wurde auf eigenen Wunsch hin SPD-Stadträtin Sema Tasali-Stoll gewählt. Gewählt wurden auch Veit Wagner, Maria Sponsel, Peter Hofmann, Patricia Meyer, Brigitta Schultz, Sebastian Flaschel, Nico Erhardt, Raimunda Schulze und Carolin Weidner.

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