13.03.2018 - 14:16 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

21-jähriger Asylbewerber verbreitet "Angst und Terror" in Gemeinschaftsunterkunft Jugendlicher Intensivtäter vor Gericht

Ihre liebe Not haben Polizei und Justiz mit einem als "jugendlichen Intensivtäter" geführten Syrer. Wegen Widerstands gegen Polizeibeamte, vorsätzlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung und verschiedener Rauschgiftdelikte steht der 21-Jährige vor Jugendrichter Otmar Schmid.

(Symbolbild)
von Autor hczProfil

(rns) Immer wieder gab es mit ihm Streit im Asylbewerberheim in der Kasernenstraße. Im Frühjahr 2017, nachdem der junge Mann einem Mitbewohner Kleidung, eine goldene Halskette und ein Handy gestohlen hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der er den anderen heftig ins Gesicht schlug. Die Polizei wurde gerufen. Doch als die Beamten wieder weg waren, ging es weiter. Der Angeklagte soll dann mit einer Bratpfanne das Fenster eingeschlagen haben. Bereits zwei Monate zuvor war er in einem Kaufhaus in der Innenstadt unangenehm aufgefallen. Er hatte zwei Frauen beleidigt und angespuckt. Eine Syrerin beschimpfte er als "Schlampe".

In der Folge beschloss die Ausländerbehörde, ihn nach Luhe-Wildenau zu verlegen. Gleich beim Eintreffen dreier Beamten, die den Beschluss umsetzen sollten, kündigte der damals 20-Jährige an, er komme nicht mit. Als die Polizisten ihm Handfesseln angelegt hatten, schlug und trat er um sich, kündigte den Beamten an, dass er sie und ihre Familien "abstechen und umbringen" werde. Sie seien alle "deutsche Arschlöcher". Einen Beamten trat der Wüterich in die Genitalien. Er spuckte und schlug mit dem Kopf ein Funkgerät im Streifenwagen kaputt. Einige Monate später wurden bei dem Mann am Bahnhof Weiden Methamphetamin und Cannabis gefunden. Im Mai tauchte er wieder in der Weidener Unterkunft auf, obwohl der Hausmeister ihm Hausverbot erteilt hatte.

Einiges, was ihm Staatsanwältin Sandra Dechant vorwarf, habe er getan. Einiges stimme nicht, sagte der von Anwalt Hans-Wolfgang Schnupfhagn vertretene Angeklagte. Er habe nie versucht, einen Polizisten in den Finger zu beißen und auch nicht gedroht, dass er ihm ein Messer in den Bauch rammen wolle: "Wie soll ich das gesagt haben, wo ich doch Gast in diesem Land bin?" Er habe kein Crystal, sondern "nur" Ecstasy und Haschisch besessen. Den Widerstand gegen die Polizisten erklärte er damit, dass er Stress habe. Er habe seit einem Jahr keinen Kontakt zu seiner Familie. Darum habe er auch Drogen und bis zu zwei Flaschen Wodka pro Tag konsumiert. Die Polizisten hätten ihn grob angefasst, am Hals gepackt, so dass er ohnmächtig geworden sei. Er habe nicht verstanden, dass er mitkommen sollte.

Ein gutes Dutzend Zeugen sagten am Montag aus. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

Ehrenamt-Koordinator: Strafe erfolgt zu spät

Manfred Weiß, hauptamtlicher Koordinator Ehrenamt der Diakonie, arbeitet im Camp Pitman. Er spricht von einer "Handvoll" Bewohner, die 2017 in der Gemeinschaftsunterkunft "Terror und Angst" verbreitet hätten. Unglücklich findet er, dass bedingt durch die deutsche Strafprozessordnung zwischen Tat und Bestrafung mehrere Monate vergehen können. Das führe dazu, dass sich diese Krawallmacher weiter derart aufführen, weil sie keine unmittelbaren Folgen ihres Tuns erleben. In der Unterkunft seien Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Bewohner "heilfroh", dass sich inzwischen zwei der Straftäter in Haft befinden, gegen den Dritten wird aktuell verhandelt. (ca)

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