3. Grundschule Eger und Pestalozzi-Schule sind nun Partner
Ein Miteinander über Grenzen

Der Vertrag zur Schulpartnerschaft steht. Heribert Zeis (rechts von der Pestalozzi-Schule Weiden hat ihn genauso unterzeichnet wie der Kollege von der Schule aus Eger. Vermittelt hat das Dana Pflaum. Bild: Herrmann

Keine Zeugnisse, sondern einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnen die Schulleiter aus Eger und Weiden. Die Folge: Die 3. Grundschule Eger und die Pestalozzi-Mittelschule Weiden sind ab sofort in einer Schulpartnerschaft verwoben.

Weiden/Eger. Die Vertragsunterzeichnung war eine feierliche Stunde im Festsaal des Egerer Rathauses. Auch die Bürgermeister der Städte wohnten ihr bei. Und sie war eine logische Konsequenz. Denn einige Schüler der Pestalozzischule lernen seit über einem Jahr die tschechische Sprache und treffen sich mindestens zweimal im Schuljahr mit Schülern der Partnerschule. Bei der Beurkundung besiegelte auch die Eschenbacher Markus-Gottwald-Mittelschule ihre Partnerschaft mit der 4. Grundschule aus Eger.

Dana Pflaum, die als Tschechischlehrerin an Grund- und Mittelschulen bereits einige Schulpartnerschaften angebahnt hatte, führte als Moderatorin und Dolmetscherin durch das Programm der Veranstaltung. Pflaum betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass sich die Vertreter der beiden Länder zur Beurkundung treffen. Schließlich habe das vor drei Jahrzehnten niemand zu hoffen gewagt. Sie appellierte an Schulleiter und Lehrkräfte, die Partnerschaft wie eine gute Ehe zu sehen mit einem Geben und Nehmen: "Gute Kontakte entstehen nicht per E-Mail, sondern im persönlichen Gespräch zum Beispiel bei einem Pivo oder einem Glas Wein."

Pflaum richtete auch Bitten an die Vertreter der Städte, sie mögen die Kontakte und Begegnungen unterstützen, sowohl ideell als auch finanziell. Sie bat auch die Verantwortlichen auf Schulamtsebene darum, Ressourcen für den Tschechischunterricht an Grund- und Mittelschulen auch in Zukunft zur Verfügung zu stellen. Zuletzt bat sie die anwesenden Schüler weiter fleißig die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen. Die Sprache sei die Grundlage, um sich einem Land anzunähern und die Mentalität des anderen zu verstehen.

Zdenek Hrkal, Egers Bürgermeister, betonte die wertvolle Arbeit des Centrum Bavaria Bohemia Schönsee und dass er die Partnerschaft tatkräftig unterstützen wolle. Weidens Bürgermeister Lothar Höher würdigte das partnerschaftliche Engagement und erzählte von seinen eigenen böhmischen Wurzeln. Umso mehr freue es ihn, dass Schulen aus Weiden, Eschenbach und Eger eine Schulpartnerschaft eingehen. Für Eschenbach sprach Bürgermeister Peter Lehr.

Die Schüler aus Cheb und Weiden lernen sich nun seit mehr als einem Jahr bei Sport- und Kunstaktionen kennen, sagte Schulleiter Pavel Cerny, Rektor der 3. Grundschule Eger. So seien sie zusammengerückt. Heribert Zeis, Rektor der Pestalozzi-Mittelschule, ergänzte, dass er das Miteinander mit den tschechischen Schülern und Kollegen sehr schätze. Weil Taten oft mehr aussagen als Worte, folgte auf die Reden eine herzliche Umarmung der beiden Schulleiter.

Für Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger sicherten Kinder die Zukunft eines Landes und seien die Garanten für ein friedvolles Nebeneinander beider Nationen. Sie dankte Pflaum als "Motor dieser Kooperationen" und Lehrern und Schulleitern für ihr Engagement im Dienste der deutsch-tschechischen Freundschaft. Richard Glombitza, Kooperationsbeauftragter der Regierung, betrachtete die Partnerschaft als weiteren Meilenstein im Zusammenwachsen in der Grenzregion. Musikalisch umrahmte die Veranstaltung ein Flötenquintett der Musikschule Cheb. Am Ende des Festaktes erklang die Europahymne. Ein Empfang schloss sich der Feier an.
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