19.03.2018 - 11:04 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

40 Jahre Bezirksverband Oberpfalz der Bayerischen Jungbauernschaft Elan und Idealismus

Für innovative und kritische Ideen will der Bezirksverband der Jungbauern stehen. Jetzt feiert er das 40-jährige Bestehen. Und auch dabei sind kritische Worte zu hören.

Sie sind die Pioniere: Urkunden erhalten die Gründungsmitglieder des Bezirksverbandes der Bayerischen Jungbauern. Bilder: Kunz (2)
von Autor UZProfil

Neustadt/WN-Weiden . Landrat Andreas Meier warnte am Samstagabend bei der Jubilarfeier anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Bezirksverbandes der Bayerischen Jungbauern vor der Abhängigkeit von Agrarfabriken. Die seien unweigerlich die Folge von einem weiteren Kaputtreden der bäuerliche Landwirtschaft. "Sie stehen derzeit zu Unrecht, möchte ich sagen, in einem etwas schiefen Licht in der Öffentlichkeit", unterstrich er gegenüber den Gästen in der Höheren Landbauschule Almesbach. Meier machte Unwissen und Populismus verantwortlich für die Verunglimpfung des Berufsstandes und nannte beispielhaft Glyphosat, Tierwohl und Nitrate im Wasser. "Das wird hochgespielt und stellt Ihren Berufsstand in ein Licht, das er nicht verdient hat."

Offen und geradlinig

Gründungsvorsitzender Wolfgang Bothner glaubte an die Jungbauernschaft: "Zu jeder Zeit wird es junge, aufgeschlossene Leute geben, die die eingefahrenen Gleise eines Systems hinterfragen und mit dem Wissen der Älteren neue Weichen stellen." Bezirksvorsitzender Alexander Hengl aus Seubersdorf blickte auf vier Jahrzehnte Bezirksarbeit zurück und sprach von Offenheit und Geradlinigkeit: "Wie anders wäre es sonst möglich gewesen, sich in ein paar Jahren von vier Untergliederungen in drei Landkreisen, auf alle sieben Landkreise des Regierungsbezirks mit 14 Ringen junger Landfrauen und Landwirte auszuweiten?" Als es in Almesbach 1978 zur Gründung des Bezirksverbandes gekommen sei, sei das Fundament jugendlicher Elan und Idealismus gewesen.

Der Bezirksverband bestehe ausschließlich aus agrarischen Untergliederungen. Der Vorsitzende beklagte übervolle Märkte, Kontingente, Quoten und Mitverantwortungsabgaben, miserable Preis-Kosten-Relationen und die Rolle der Landwirtschaft in der Gesamtgesellschaft. Heute habe der Bezirksverband Oberpfalz 1700 Mitglieder in 14 Untergliederungen. Dabei handle es sich ausschließlich um Ringe junger Landfrauen und Landwirte, die in allen sieben Landkreisen der Oberpfalz vertreten seien. "Die Jungbauernschaft hat schon seit jeher innovative und kritische Ideen in die Struktur des Verbandes und der Verbandsarbeit eingebracht."

Erfolg politisch gewollt

Der Weidener Grünen-Stadtrat Karl Bärnklau betonte: "Der Garant, dass das gute Miteinander zwischen Stadt und Land funktionieren kann, sind Sie." Trotz der Anfeindungen und Schwierigkeiten sei es bewundernswert, dass sich immer wieder Menschen fänden, die den Beruf des Landwirts ergreifen würden. Bei aller Anstrengung und Kompetenz müsse man wissen, dass das Resultat des Erfolges politisch gewollt sei.

Unter den Gratulanten weilten auch der Chef der Höheren Landbauschule Almesbach, Helmut Konrad, Landwirtschaftsdirektor Siegfried Kiener, Bezirksbäuerin Rita Blümel und Bezirkspräsident Josef Wutz vom Bayerischen Bauernverband sowie der Landesvorsitzende der Jungbauern, Georg Rabl. Im Anschluss an den offiziellen Teil stieg die Party "Nacht der Tracht".

Ehrungen

Für 40-jährige Treue ehrte der Bezirksverband: Christa Kredler, Hartmut Landes, Leonhard Fütterer, Josef Mühl, Hans Meier, Hans Prischenk, Ludwig Schiedermeier, Wolfgang Bothner und Hildegard Ries. (uz)

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