25.01.2018 - 18:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

40 Jahre Dauerbaustelle Klinikum: Neubauten fast fertig

Vorstand Josef Götz ist schon ein bisschen stolz. Der große Neubau des Klinikums, der aktuell auf dem früheren Augustiner-Gelände entsteht, befindet sich zu 100 Prozent im Zeitplan. Und deshalb sind Auswirkungen zunächst auf den Rettungshubschrauber und auf die Palliativstation bereits absehbar.

Im Vordergrund entsteht die künftige Palliativstation. Sie soll im Januar 2019 in Betrieb genommen werden. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Es sieht ganz so aus, als werde der Jahreswechsel 2018/2019 zum großen Fertigstellungstermin. Bis dahin steht zum Beispiel endgültig die Notaufnahme, nachdem auch der alte Bestand einer grundlegenden Sanierung unterzogen sein wird. Bis dahin sind ferner die Erweiterung der Kreißsäle auf drei und ein extra Sectio-OP für Kaiserschnittgeburten fertig.

Zum 1. Januar soll aber auch die von Neustadt/WN nach Weiden verlagerte Palliativstation ihren Betrieb aufnehmen. Gleichzeitig endet für den Rettungshubschrauber das Provisorium mit dem Landeplatz neben dem Gelände von SpVggSV und dem Spielplatz Orthegelmühlbach. Das Fluggerät visiert ab dem neuen Jahr das Dach des neben dem Verwaltungsgebäude entstehenden Neubaus an. Weitere Einrichtungen wie eine Infektions- und Isolierstation ziehen im Laufe des ersten Quartals 2019 ein.

Wir sind mit dem Neubau zu 100 Prozent im Zeitplan.Kliniken-Vorstand Josef Götz

Dann sind die Baumaßnahmen am Klinikum erst einmal beendet, nicht aber die Bautätigkeiten auf dem früheren Augustiner-Areal. So soll noch in diesem Jahr neben der künftigen Palliativstation der Bau eines viergeschossigen Fünf-Ärzte-Hauses beginnen. Als Fachärzte sind unter anderem ein Kinderarzt und ein Urologe im Gespräch, dazu eine Apotheke. Frühestens 2019 startet auf dem Gelände dann noch der Bezirk ("medbo") mit dem Neubau einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Aus dem Wirtschaftsplan 2018 der Kliniken Nordoberpfalz AG

Bei einer nichtöffentlichen zweitägigen Klausurtagung des 21-köpfigen Aufsichtsrates der Kliniken Nordoberpfalz hat das Gremium den Wirtschaftsplan für 2018 auf den Weg gebracht. In dieser Woche erläuterte Vorstand Josef Götz gegenüber dem "Neuen Tag" das Zahlenwerk.

So rechnen die Verantwortlichen mit Erträgen in Höhe von 216,26 Millionen Euro gegenüber 209,5 im vergangenen Jahr. An der Spitze stehen natürlich die stationären Erträge (178,2 Millionen) vor Nutzungsentgelten und Kostenerstattungen (10,3 Millionen), Erträgen aus der Ambulanz (4,8 Millionen) sowie aus Wahlleistungen, die 1,9 Millionen Euro einbringen.

Den Erträgen stehen Aufwendungen fürs Personal in Höhe von 142,4 Millionen (im vergangenen Jahr 139,7 Millionen) und Sachkosten von 73,8 Millionen Euro (69,7 Millionen) gegenüber, so dass sich im Entwurf des Wirtschaftsplans ein minimales Defizit von 23 000 Euro ergibt. Unter Sachkosten fallen unter anderem die Ausgaben für den medizinischen Bedarf (41,6 Millionen Euro), für Wasser und Energie (3,6 Millionen), Instandhaltung (9,6 Millionen) und Lebensmittel. Dafür sind 2,6 Millionen Euro eingeplant. Das sind nur 1,2 Prozent der Gesamtausgaben im Entwurf des Wirtschaftsplans.

Beim Personal ist der Pflegedienst die größte Gruppe mit 753,6 Vollzeitstellen vor dem ärztlichen Dienst mit 309,8 Stellen, dem medizinisch-technischen Dienst (330,5 Stellen) und dem Funktionsdienst (210,0 Stellen). 225,9 Stellen entfallen auf den Wirtschafts- und Versorgungsdienst, 124,3 auf die Verwaltung und 42,8 auf den technischen Dienst. Insgesamt gibt es an der Kliniken AG 2027 Vollzeitstellen. Das sind drei weniger als im vergangenen Jahr. Vorstand Josef Götz führt dies auf technische Entwicklungen zurück. So wird durch die Einführung der elektronischen Patientenakte Personal eingespart, ebenso wie mit einem sogenannten Spracherkennungssystem, bei dem der Arzt direkt ins System diktiert. (vok)

Operation Bau

Angemerkt von Volker Klitzing

In den vergangenen 40 Jahren ist das Weidener Krankenhaus runderneuert worden. Da blieb fast kein Stein auf dem anderen. Eingangsbereich, Foyer, Bettentrakte, Operationssäle, Kinderklinik, MRT, Verwaltungstrakt, und noch vieles mehr: alles neu. Aus dem Krankenhaus wurde ein Klinikum. 650 Betten, 1800 Mitarbeiter, 70 000 Patienten im Jahr, 20 Fachabteilungen, Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg, Zentrum der Kliniken Nordoberpfalz AG, ein Verbund mit acht Standorten, vom Akutkrankenhaus über Reha-Kliniken bis zur Gesundheitsakademie "NEW LIFE". Der Standort Weiden wurde zur Dauerbaustelle. Jetzt bahnt sich ein Ende an. Die Notaufnahme wird 2018 fertig, der Neubau mit der Palliativstation zum Jahreswechsel. Doch schon stehen private Investoren in den Startlöchern. Ein Fünf-Ärzte-Haus wird entstehen, der Bezirk baut eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Baumaßnahmen am Klinikum gehen zu Ende, die Bautätigkeit auf dem früheren Augustiner-Grundstück anscheinend noch lange nicht.

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