45 000er-Marke geknackt: Bekannte Weidener erklären, warum es für sie hier lebenswert ist
„Ganz einfach, weil wir eine Familie sind“

(Foto: ma)
 
"Mit meinem Geschäft bin ich zufrieden. Die Arbeit macht mir hier viel Spaß." Zitat: Alex Smardenkas

Von wegen Bevölkerungsrückgang. Seit dem 1. Januar ist klar: Die 45 000er-Marke ist überschritten. Zwar ist das auch auf die in Weiden gemeldeten Flüchtlinge zurückzuführen. Doch sie sind nicht die einzigen, die das Bevölkerungswachstum auslösen. Gebürtige Weidener bleiben in ihrer Stadt und viele Zugezogene wollen nicht mehr weg. Aber was macht die Stadt attraktiv? 444 Personen sind im letzten Jahr zugewandert. Es lohnt sich nachzufragen bei Menschen, die es wissen müssen.

Lokalbesitzer Miljenko Maric wohnt seit 1975 in Weiden. Er kam aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Inzwischen führt er das Restaurant "Opatja" in der Frauenrichter Straße. Warum ist Weiden lebenswert? Die Antwort fällt ihm nicht schwer: "Ganz einfach, weil wir in Weiden eine Familie sind. Es ist keine Großstadt. Jeder kennt den anderen. Man muss nicht reich sein. Wie sagt man doch: 'Daham ist daham'."

Für Reinhold Bortner, auch bekannt als DJ Borti, ist es die Cafékultur, welche die Stadt lebens- und liebenswert macht. "Das hat sich erst in den letzten 15 Jahren entwickelt. Früher konnte man nirgends hingehen. Ich liebe meine Stadt." Er vergleicht Weiden mit der bayerischen Landeshauptstadt und erklärt:"Mir gefallen die kurzen Wege. Es gibt für Jeden Parkplätze und selten Stau. In München braucht man oft eine halbe Stunde, um von A nach B zu kommen." Auch die Menschen fallen dem gebürtigen Weidener positiv auf: "Jeder ist lieb und nett, auch wenn einer mal grantig schaut."

Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, betont: "Weiden ist weder zu groß noch zu klein. Vor Ort bekommt man alles, was man braucht." Zudem ist er Fan der Altstadt sowie des Sport- und Kulturangebots. Egginger ist 2012 zugezogen. Zunächst lebte er am Rehbühl, jetzt in Edeldorf. "Mir fallen vor allem die vielen ehrenamtlichen Engagements in der Bevölkerung auf. Es gibt viele Fördervereine und Spenden von den Menschen für die eigene Region", hebt Egginger hervor.

Der ehemalige EVW-Spieler Mark Butler ist seit Ende der 80er Jahre in Weiden. Der Kanadier erklärt: "Man muss in der Geschichte der Stadt etwas weiter zurückgehen. Der ehemalige Oberbürgermeister Hans Schröpf hat viel gemacht. Ohne das Eisstadion wäre ich nicht hierhergekommen. Heute gibt es eine tolle Infrastruktur und viele Freizeitmöglichkeiten."

Für den Ruhestandspfarrer Andreas Uschold ist die Altstadt Weidens ein großer Pluspunkt. "Bei schönem Wetter ist sie gemütlich. Die Gebäude haben eine schöne Architektur. Allen voran natürlich die Kirchen." Uschold stammt aus Engleshof bei Pirk und kam durch sein geistliches Amt nach Weiden. Heute ist er im Ruhestand. Der Geistliche kennt viele der Bürger: "In meinen 17 Jahren in St. Josef habe ich viele Sorgen und Anliegen gehört."

Kulturamtschefin Petra Vorsatz hebt das Kulturangebot der Stadt und die ländliche Umgebung hervor. Doch das ist noch nicht alles: "Die Menschen hier sind offen, bereit sich jederzeit auf etwas neues einzulassen. Es ist eine große Stadt, aber ich treffe immer wieder Bekannte. Genauso lernt man schnell neue Menschen kennen." Sie betont zudem das vielfältige Angebot des Maria-Seltmann-Hauses. "Mit seinem Programm hat es ein Alleinstellungsmerkmal. Wenn ich mal alt bin, werde ich dort viel Zeit verbringen", kündigt Petra Vorsatz an.

Gastronom Alex Smardenkas vom Restaurant "Pallas" betont die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Lokalen in der Weidener Innenstadt. "Es gibt keine Konkurrenz. Ich habe hier viele Freunde. Mit meinem Geschäft bin ich zufrieden. Die Arbeit macht mir hier Spaß." Der Grieche ist seit 22 Jahren in Weiden. Vorher lebte er in Straubing. Er hat aber nicht vor hierzubleiben. "Wenn ich in der Rente bin, will ich zurück nach Griechenland, weil es dort mehr Sonne gibt. Bei dem grauen Wetter verliert man die Energie."

Die Menschen hier sind offen, bereit sich jederzeit auf etwas neues einzulassen.Petra Vorsatz


Mit meinem Geschäft bin ich zufrieden. Die Arbeit macht mir hier viel Spaß.Alex Smardenkas
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