01.01.2017 - 19:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

800 Bedürftige der Stadt warten vergebens: Software gibt kein Geld frei

Böller und Feuerwerk hatten sie längst abgeschrieben: Für rund 800 Bedürftige der Stadt gibt es Ende Dezember auch kein "Pulver". Ihre Konten, auf denen meist schon am 28. die "Sozialhilfe" fürs nächste Monat verbucht ist, bleibt zur Jahreswende leer. Ein Softwarefehler.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

"Da ist wirklich etwas schief gelaufen", bestätigt Bürgermeister Jens Meyer. Gleichzeitig kann er jedoch auch Entwarnung geben. Spätestens am Montag müssten die städtischen Gelder bei den betroffenen Bürgern ankommen. "Wir haben auch die letzten Probleme bereinigt und die restlichen Zahlungen angewiesen."

"Auch bei mir haben sich die Leute beschwert", berichtet Meyer, der versucht, die Ursachen der verspäteten Überweisungen zu erklären. Im Oktober habe die zuständige Abteilung im Sozialamt eine neue Software erhalten und den Betrieb - nach der Schulung der Mitarbeiter - auch umgestellt. Die Zahlung der Hilfen zum Lebensunterhalt (Regelleistung von rund 400 Euro pro Bedürftigen sowie Übernahme der Kosten der Unterkunft) seien Ende November problemlos erfolgt.

Technik streikt

Schwieriger wurde die Situation nun im Dezember. Nicht nur, weil zum Jahresende die Anträge neu gestellt und bearbeitet werden mussten, sondern weil auch noch fünf der sechs Mitarbeiter wegen Krankheit ausfielen. Aufgrund der leichten Erhöhung der Hilfe änderten sich alle Beträge. Am Mittwoch und Donnerstag, als schließlich die Gelder überwiesen werden sollte, streikte überraschend die Technik.

Schnittstellenfehler

Nicole Hammerl, die als stellvertretende Leiterin des Rechts- und Sozialamtes am Freitagvormittag Entwarnung geben konnte, spricht von einem "Schnittstellenfehler". Dieser habe sich zunächst lange suchen lassen und die Überweisungen hartnäckig blockiert.

Erst am späten Donnerstagabend konnte das Problem behoben und der Großteil des "Bankenlaufes" durchgeführt werden. Am Montag, so hofft Hammerl, müssten nahezu alle Gelder auf den Konten der Personen sein, die Grundsicherung von der Stadt Weiden erhalten und auf die Hilfe angewiesen seien. "Von unserer Seite haben wir das bestmögliche getan. Aber gegen die Tücken der Technik können wir nichts. Wir sind aber inzwischen überm Berg."

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