15.03.2017 - 14:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

87-Jähriger will sich in Tschechien absetzten Vermisster Senior in Dresden aufgetaucht

Seinen Lebensabend hatte sich ein 87-Jähriger anders vorgestellt: Den wollte er lieber in einem Pflegeheim in Tschechien anstatt in einer Weidener Senioreneinrichtung verbringen. Mit seinem Wunsch hat er die Polizeiinspektion Weiden seit Montag in Atem gehalten.

Ab dem Weidener Bahnhof verliert sich die Spur des 87-Jährigen. Symbolbild: dpa
von Marion Espach Kontakt Profil

Nach Angaben der Beamten hatte der Senior die Einrichtung am Montagmittag verlassen, kehrte aber nicht mehr zurück. Vor lauter Sorge meldete ihn die Einrichtungs-Leitung abends als vermisst. Sofort suchte die Polizei nach ihm, fand aber nur den Rollator des 87-Jährigen - einsam und verlassen am Weidener Bahnhof.

Vielleicht nach Tschechien?

Um den Mann so schnell wie möglich zu finden, war Dienstagvormittag auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Der entscheidende Hinweis kam schließlich von einer Taxifahrerin, die den Rentner zur AOK-Filiale in der Bahnhofstraße gefahren hatte. Es habe sich so angehört, als sei er auf dem Weg nach Tschechien, erinnerte sich die Frau. Und tatsächlich: Der 87-Jährige hatte sich am Montag ein Zugticket nach Neustadt/WN gekauft. Wohin er aber von dort aus wollte, wussten die Beamten nicht.

Wo sich der Senior aufhielt, erfuhren sie schließlich von ihren Kollegen in Dresden. Er war nämlich in der sächsischen Hauptstadt gelandet, genauer gesagt in einer Filiale der Deutschen Bank. Der Mann wollte seine "finanziellen Geschäfte" regeln, um die restlichen Jahre in Tschechien verbringen zu können. Bevor sich der 87-Jährige aber um Geldangelegenheiten kümmern konnte, bekam er einen Schwächeanfall und wurde in ein Krankenhaus in Dresden eingeliefert.

Verdächtiges Trio

Ein Pärchen begleitete den Mann bei seinem Bank-Besuch, weshalb die Angestellten einen Betrugs-Versuch vermuteten und die Kripo Dresden alamierten. Wie sich herausstellte, waren die beiden Bekannte und Mitfahrgelenheit des Rentnters. Denn: Am Montag hatte er es schon nach Tschechien geschafft, um seine Geburtshauptstadt zu besuchen. Das Paar nahm ihn am nächsten Tag mit nach Dresden, damit er seine Finanzen regeln konnte.

Inzwischen hat sich der 87-Jährige von dem Schwächeanfall gut erholt und konnte am Mittwoch nach Angaben der Beamten in Dresden aus dem Krankenhaus entlassen werden.

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