25.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Abnehmtipps von Olympiasieger Matthias Steiner Glücklich ohne Zucker

Er war der stärkste Mann der Welt, als er 2008 in Peking Olympiasieger im Superschwergewicht wurde. Matthias Steiner wog damals 150 Kilogramm. Heute sind es 45 weniger. Warum das so ist, erklärt er in der Buchhandlung Stangl und Taubald.

Matthias Steiner demonstriert diesem Zuhörer, wie elegant er Kniebeugen beherrscht. Sein Zuschauer hat selber mit 68 Jahren begonnen, Gewichte zu stemmen. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Über Jahre hinweg habe er täglich zu viel gegessen, gestand der ehemalige Athlet. "Mein Magen war daran gewöhnt bis über seine Grenzen hinaus ausgedehnt zu werden." Nach dem Ende seiner Karriere habe sich Steiner ein neues Ziel gesetzt: "Ich wollte wieder zu meinem alten Gewicht zurückkehren." Heute ist er 37 und hält seine 105 Kilo.

Die 45 Kilogramm hatte Steiner in 13 Monaten abgespeckt. "Ich wollte gesund abnehmen und meiner Haut dabei genügend Zeit geben, sich zurückbilden zu können." Das Besondere an der Kur: "Ich hab's nicht einmal als schlimm empfunden." Denn auf eine Diät habe er verzichtet, weil die ihm eh nichts gebracht hätte.

Abnehm-Tagebuch

Stattdessen habe er ohne Tricks gearbeitet. "Ich weiß, an welchen Stellschrauben ich drehen muss." Das Rezept des Typ-1-Diabetikers: Bewegung und richtige Ernährung. Ein Jogger sei er nie gewesen. Zwei, dreimal habe er das Laufen versucht. "War nichts für mich." Alternativ fahre er Rad. "Ich hab immer mein Klapprad im Kofferraum." Einmal pro Woche mache er Krafttraining. "Dann wächst deine Muskulatur den ganzen Tag über." Bei Olympia in China hatte der Gewichtheber 258 Kilo gestoßen. "Heute würde ich nur noch 160 schaffen." Kniebeugen - "darin bin ich Weltmeister" - ergänzten sein Programm. Steiner schwört auf sein Abnehm-Tagebuch. Darin schreibt er akribisch alle Erfolge auf. Wichtig sei, das Tagebuch wenigstens einmal pro Woche zu ergänzen.

Die richtige Ernährung gehöre dazu. "Ich esse ganz normal - und damit meine ich nicht Süßigkeiten." Zucker sei der größte Dickmacher. Österreicher und Deutsche essen 40 Kilogramm pro Jahr, betonte der gebürtige Wiener, der 2008 eingedeutscht wurde. "Das sind 37 Zuckerwürfel pro Tag." Steiner legte seinen abgegriffenen Koffer auf den Tisch und packte eine Reihe von Genussmitteln aus. Anderthalb Liter Cola: 36 Zuckerwürfel. Warum? Weil Zucker süchtig mache und das den Verkauf fördere. "Sobald ich was Süßes esse, wird meine Fettverbrennung gestoppt, rund eine Stunde lang." Wer also den Tag über immer wieder Süßigkeiten zu sich nehme, erlaube seinem Körper nicht, abzunehmen. Lieber drei Mahlzeiten am Tag: ein kräftiges Frühstück, ein gutes Mittagessen und ein kleineres Abendessen.

Keine Snacks zwischendurch

Zwischen den Mahlzeiten sollten rund fünf Stunden vergehen. Und: Besser Äpfel als Sportriegel. Sogar in einer Blaukrautdose aus dem Supermarkt befänden sich 25 Stück Zucker. Also lieber selber machen. "Ich habe es in der Hand, wenn ich mir mein Essen selber zubereite. Auf was verzichte er? "Bier kann ich schon trinken. Aber dann müssen andere Dinge hintanstehen." Ein schwarzer Kaffee etwa beinhalte fünf Kalorien. Ein Cappuccino über 400. Und keine Snacks zwischendurch. "Retten Sie sich mit Nüssen über die Zeit."

Allen, die das "Steiner-Prinzip", wie sein Buch heißt, anwenden wollen, riet er, nicht enttäuscht zu sein, wenn es mit dem Abnehmen dauere. Krafttraining fördere den Muskelaufbau und wirke sich nicht sofort auf die Waage aus. Aber dass Ergebnis erkenne man am engeren Gürtel. "Und darum geht's doch."

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