Adventssingen erstmals im Alten Schulhaus
Berühmter Flüchtling Jesu

Die Familienmusik Deistler aus Kalchreuth: Ungewohnt hörten sich die Töne des "Böhmischen Bocks" beim Adventssingen an. Aber sie harmonierten mit der Geige und der Gitarre, etwa bei "Manna, schauts affe, dean Stern" oder "Kumm Brouda Mirtl". Bild: hcz

(hcz) Das traditionelle Adventssingen, das bisher immer vor dem Alten Rathaus stattgefunden hatte, gab es heuer im Kultursaal des Hans-Bauer-Zentrums. Und das hatte seine Gründe. Eine neue Ausstellung wurde eröffnet (siehe Artikel unten). Zuvor aber begrüßten Stadtarchivarin Petra Vorsatz und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß gut 100 Gäste zum Adventssingen. Geschichten, besinnliche Gedanken und fröhliche Musik wechselten sich dabei ab.

Zur Begrüßung las Seggewiß den Brief eines kleinen Flüchtlingsjungen an Gott. Darin schilderte der Bub die abenteuerliche, nächtliche Flucht seiner Familie aus der heimatlichen Gegend, gefahrvoll über das Meer, bis man schließlich im fremden Land angekommen war. Es stellte sich heraus, dass der Schreiber ein uns allen bekanntes Kind gewesen war: Jesus.

Kulturamtsleiterin Vorsatz trug mehrere Gedichte und Geschichten zur Weihnachtszeit vor. Besonders beeindruckend war die Erzählung vom kleinen Mohren und seinem weißen Pferd. Aber auch die lustige Geschichte von Toni Lauerer "Rauchen ist ungesund" gefiel den Besuchern bestens.

Gegen Diskriminierung

Stefan Neubauer von den "Lustigen Konradern" rief mit Ruth Raus Gedicht "Zur Stille finden" auf, der Botschaft der Engel zu lauschen und Ruhe einkehren zu lassen. Mit einer bewegenden Erzählung von "Schneeweißchen und Schokobraun" aus der Feder von Christl Kehl-Kochanek plädierte Neubauer gegen jede Art der Rassendiskriminierung.

Die Familienmusik Deistler aus Kalchreuth untermalte die Veranstaltung. In Egerländer Tracht, mit Dudelsack, Geige und Gitarre spielte das Trio Böhmisches, Weihnachtliches und Traditionelles. Die hellen, glockenklaren Stimmen der Damen kamen bei "Ihr Leitle, freit eich alle" oder "Dort oben vom Berge" zur Geltung. Auch das ungewöhnliche Brummen des "Böhmischen Bocks", etwa beim "Seitziser Walzer", kam bestens an.
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