14.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Adventssingen in der Michaelskirche mit der Kantorei Weiden Es darf nicht immer Frieden sein

Effektvolle Glockenmotive aus dem Advents-Carillon von Karsten Klomp: Damit leitet Hanns-Friedrich Kaiser das Adventssingen in St. Michael ein.

Eindrucksvolles Zusammenspiel von Hanns-Friedrich und Agnes Kaiser und Sybille Wagner: Beim Allegro aus Händels Sonate F-Dur. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Es ist schon liebe Tradition in St. Michael, dass Hanns-Friedrich Kaiser Kirchenkonzerte auf der Max-Reger-Orgel eröffnet. Beim Adventssingen spielte der Kirchenmusikdirektor diesmal Advents-Carillon mit Anklängen an bekannte Advents- und Weihnachtslieder. Danach stimmte die Gemeinde das "Macht hoch die Tür" an. Dekan Wenrich Slenczka griff eine Zeile aus dem Text des Liedes "Wir harren, Christ, in dunkler Zeit" auf. Nämlich: "Es darf nicht immer Frieden sein." Eine Botschaft, die man ungern höre. Schließlich sehne sich der Mensch nach Frieden. Aber wie heiße es im Text? "Hat jedes seine Zeit. Nur deinen Frieden, lieber Herr, begehren wir je mehr und mehr, je mehr die Welt voll Streit." Selbst Jesus sei am Kreuz Gewalt und Terror ausgesetzt gewesen.

Das Adventssingen wurde über weite Strecken von der Kantorei Weiden getragen. Zu Gehör kamen Psalmen und Chorsätze, die mit sicherer Intonation, gefühlvoll und ausdrucksstark vorgetragen wurden: "Siehe, dein König kommt zu dir", "Machet die Tore weit", "Hosianna, Davids Sohne".

Kaiser dirigierte den von hoher Stimmqualität geprägten Klangkörper. Sicher erklang der Satz "Gläubige Seel" von Michael Prätorius. Von tragendem, homogenem Klang ertönte "Die Nacht ist vorgedrungen." Es folgten Arcangelo Corellis "Variations on La Follia" für Flöte und Basso continuo. Auch die Verse aus "O du mein Trost und süßes Hoffen" (Text Wilhelm Osterwald, Chorsatz Hanns-Friedrich Kaiser) stimmten den Dekan nachdenklich. "Haben nicht schon viele Herren gute Absichten in boshafte Ziele verwandelt?" Vor 2000, 4000 oder vor mehr als 70 Jahren? Seine Hoffnung: "Aber der Herr kommt und nimmt uns die Angst."

Aus der Feder Max Regers stammte "O Jesu Christ, wir warten dein." Bevor Dekan Slenczka den Segen spendete, sang die Kantorei "Wir sagen euch an den lieben Advent." Als gemeinsames Schlusslied mit der Gemeinde ertönte "Tochter Zion". Das glanzvolle Finale gestalteten Sybille Wagner (Flöte), Agnes Kaiser (Violoncello) und Hanns-Friedrich Kaiser (Cembalo) mit dem Allegro aus Händels "Sonate F-Dur opus 1 Nr. 11 Siciliana". Zur Belohnung gab es langanhaltenden, stehenden Applaus.

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