13.09.2017 - 21:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Als "Mosaik" macht Konstantin Franz Musik - jetzt sogar mit Plattenvertrag Hip-Hop aus Weiden

Viele Studenten haben Nebenjobs - nur wenige betätigen sich allerdings als professionelle Musiker. Der Weidener Konstantin Franz schafft es, Studium und Hip-Hop-Karriere unter einen Hut zu bringen.

"Mosaik" am Werk im Tonstudio des "Magischen Projekts" Bild: exb/Kahnes
von Redaktion OnetzProfil

Konstantin Franz ist 19 Jahre alt, studiert Psychologie in Regensburg - und hat ein Tonstudio in seiner Studentenwohnung. Seit sechs Jahren macht der gebürtige Weidener alias "Mosaik" in seiner Freizeit Musik und hat es mittlerweile bis zu einem Plattenvertrag beim Münchener Hip-Hop-Label "New Word Order" gebracht.

Sein erstes und aktuelles Album "Charakter zum Mitnehmen" erschien 2016 und bietet den Hörern eine Mischung aus Hip-Hop- und Indie-Klängen. Müsste Franz sein Album in drei Worten beschreiben, wären diese: Aufbruchstimmung, modern und tiefgründig. Besonders zufrieden ist Franz mit dem Titel-Track des Albums, der ebenfalls "Charakter zum Mitnehmen" heißt. Franz mag ihn, weil er untypisch für Hip-Hop-Musik ist: "Es gibt viele Streicher, akustische Gitarren und einen Marsch-Rhythmus. Insgesamt ist er sehr Indie-lastig."

Der Entstehungsprozess seiner Musik ist mehr strukturiert als künstlerisch-impulsiv. Wenn Franz also neue Texte schreibt, setzt er sich dafür bewusst an den Schreibtisch - und bleibt sitzen bis er mit seinem Werk zufrieden ist. Auch wenn die Hip-Hop-Branche weltweit vom amerikanischen Markt geprägt ist, schreibt Franz seine Texte auf deutsch. Auf Englisch zu rappen kommt für den Weidener trotz potenziell größerem Markt nicht infrage. "Ich versuche, in den Texten etwas rüberzubringen, mit den Worten zu spielen. Um mit Worten spielen zu können, sollte man die Sprache auch wirklich beherrschen."

Viel Zeit verbringt Franz auch mit dem "Drumherum", wie er es nennt. Außer dem Kreieren von neuen Texten und Tonspuren fallen im Musikgeschäft auch Schreibarbeit, die Organisation von PR und Absprachen mit dem Produzenten an. "Das ist schon ein Nebenjob", schmunzelt Franz über sein außergewöhnliches Hobby. Doch das gehört dazu. "Hip-Hop ist viel self-made", weiß er. Deshalb sei es auch wichtig, innerhalb der deutschen Hip-Hop-Gemeinde viele Kontakte zu knüpfen. Franz schätzt den Zusammenhalt in der Szene sehr: "Das geht über sprachliche und kulturelle Grenzen hinaus." Über das Können seiner musikalischen Mitstreiter sagt der 19-Jährige: "Ich bin verwundert darüber, wie viele gute Rapper es in Bayern gibt." Trotzdem sei die Hip-Hop- und Rap-Szene in Bayern für seinen Geschmack noch etwas zu zurückhaltend. "Das Problem in Bayern ist, dass wir viel zu wenige Auftrittsmöglichkeiten haben", sagt Franz. Deswegen sei es schwierig, Buchungen für Auftritte zu bekommen. Franz ist sich sicher, dass die Musik beim Publikum trotzdem sehr beliebt ist. "Da können sich die Veranstalter ruhig mal trauen," findet er.

In den Semesterferien unterstützt er Benjamin Kahnes vom "Magischen Projekt e.V." im Tonstudio. Kahnes leitet dort einen Hip-Hop-Workshop für musikinteressierte Jugendliche. Franz, der im Tonstudio beim Mischen der Tonspuren hilft, ist begeistert: "Das ist wirklich ein Vorzeigeprojekt und ein perfektes Beispiel für moderne Jugendarbeit, weil die Kinder gern hinkommen und sich selbst verwirklichen können". Bei der Hip-Hop-Jam im JuZ am 9. September war "Mosaik" auch dabei, um die jungen Talente bei ihrem Auftritt zu unterstützen.

Für seine eigene musikalische Zukunft hat der 19-Jährige große Pläne. Im Moment arbeitet er an seinem neuen Album "Drei-dimensional." Außerdem plant Franz mit seinen Kollegen von "New Word Order" eine Tour durch Bayern.

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