Amtsgericht Weiden verurteilt 38-Jährigen wegen Betrugs
Ehepaar um Gold betrogen

Goldbarren hat er verkauft, aber geliefert hat er sie nicht. Das war Thema vor Gericht. (Foto: obs/Umicore AG & Co.KG)

Ein Geschäftsmann aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN hat Kunden um 20 000 Euro betrogen. Das ältere Ehepaar hatte von ihm Gold kaufen wollen. Er strich das Bargeld ein. Nur: Die Barren lieferte er nie. Richter Dr. Alexander Wedlich verurteilt den 38-Jährigen am Donnerstag zu 1 Jahr und 6 Monaten Haft auf Bewährung.

Weiden/Eschenbach. Den vorbestraften 38-Jährigen rettete sein Geständnis und die gezeigte Reue: "Es tut mir von Herzen leid." Schon vor der Anklageerhebung war er auf die Geschädigten zugegangen und stottert seit einem halben Jahr in 500-Euro-Raten den Schaden ab. Er habe sich damals in einer seelischen Ausnahmesituation befunden. Seine Frau hatte ihn verlassen, Unterhaltsforderungen und Schulden drückten. Eine "Kurzschlussreaktion", sagt sein Verteidiger Heinz Adolf, der auf ein Jahr plädiert.

Die Gattin habe den Scheidungsantrag zurückgezogen. "Wir haben das wieder hingekriegt", sagt der 38-Jährige, der sich inzwischen in Privatinsolvenz befindet. Gegen ihn sprachen acht Vorahndungen, auch einschlägige. Eine zuletzt verhängte Geldstrafe wegen Beleidigung von Polizeibeamten im Januar 2017 ist noch nicht ganz bezahlt. In den Januar 2017 fällt auch der Betrug an dem Ehepaar aus dem Landkreis. Der pensionierte Polizist und seine Frau waren in dem Geschäft vorstellig geworden und wollten ihre Ersparnisse in Gold investieren.

Das Geld nahm der 38-Jährige an, ein Kaufvertrag wurde aufgesetzt. Etwa ein halbes Kilo Gold sollten sie bekommen. Als sich die Lieferung verzögerte, sprachen die Eheleute immer wieder vor. Bei einem Termin ließ der Geschädigte zudem die fehlerhaft angegebene Goldmenge auf der Quittung ändern. Dabei hatte der Senior keine Brille dabei. Diesen Umstand nutzte der Angeklagte und fügte den Vermerk "Gold geliefert" hinzu - und ließ den Kunden unterschreiben.

Wedlich bezeichnete die erneut gewährte Bewährung als "letzte Chance": "Wenn nochmal was kommt, geht es um Haft nicht herum." Er erkannte eine "doch erhebliche kriminelle Energie". Der Strafrichter wunderte sich etwas über das hochklassige Auto, das der Angeklagte fährt (Erklärung: "ein Dienstfahrzeug"). Das Haus in dem er lebe, gehöre seinen Eltern, ebenso die Firma, deren Geschäftsführer er ist. Sein tatsächliches Einkommen liege monatlich nur bei 1000 Euro. Als Auflage legte ihm Wedlich die weitere Rückzahlung des Schadens an das Ehepaar plus Zinsen auf. Der 38-Jährige zahlt damit in den 36 Monaten seiner Bewährungszeit monatlich 500 Euro.

Der Angeklagte nahm das Urteil an, auch Staatsanwalt Florian Bauer verzichtet auf Rechtsmittel. Er hatte zwei Jahre Haft gefordert, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt, selbst wenn man dafür schon "die Augen zudrücken" müsse.
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