Anlaustelle für psychisch kranke ältere Menschen fehlt
Servicecenter für Senioren

Als wichtige Anlaufstelle für psychisch kranke Erwachsene schätzt Bezirkstagsvize Lothar Höher (Zweiter von links) die Beratungsstelle für seelische Gesundheit. Zum Team gehören (von links): Martina Rosner, (Höher), Elke Lehner, Jörg Pöschl, Leiter Dr. Stefan Gerhardinger, Sonja Dobmeier und Viktoria Herrmann. Bild: Schönberger

Was in Weiden noch fehlt? Eine Begegnungsstätte für psychisch kranke Senioren mit Servicecenter, in dem die Generation Ü 60 auch mal technische Hilfe findet, wenn ein Haushaltsgerät krankt. Diese Idee kam bei Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher gut an.

So mancher rüstige, technisch versierte Rentner würde da sicher helfen. "Man müsste einfach mal Kandidaten ansprechen", griff Höher den Gedanken von Sonja Dobmeier auf. Die Diplom-Sozialpädagogin ist für die älteren Klienten in der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit zuständig und hatte die Idee vorgebracht. Mit ihrem niedrigschwelligen Angebot für psychisch kranke Erwachsene bildet die Einrichtung einen wichtigen Baustein in der Versorgung der Nordoberpfalz, versicherte Lothar Höher bei seinem Jahresbesuch am Freitag.

Überrascht war er dagegen von der Nachricht, dass die Nachfrage nach Demenzberatung im vergangenen Jahr etwas zurückgegangen ist. "Das wundert uns selbst", gestand die zuständige Fachkraft. Sie hat bereits begonnen, die Werbetrommel in Vorträgen und bei Ärzten zu rühren. "Denn eigentlich könnten viele ältere Menschen dieses Angebot brauchen."

Zweiter Schwerpunkt

Auch wenn es zu wenig niedergelassene Psychiater gebe, schreite der Ausbau der psychosozialen Versorgung in der Nordoberpfalz gut voran, zeigte Höher auf. Er verwies auf den geplanten Ausbau der Bezirksklinik Wöllershof und die künftige Tagesklinik für psychisch kranke Erwachsene in Weiden. Inzwischen stehe fest, dass sie - wie gewünscht - auf dem Gelände des Klinikums angesiedelt werde. Wo genau, das hielt der Bezirkstagsvize aber noch geheim.

Mit diesen Neubauplänen und der Verstärkung des niedrigschwelligen Angebots, wie es das Beraterteam um Leiter Stefan Gerhardinger biete, entwickle sich die Nordoberpfalz zu einem zweiten Versorgungsschwerpunkt im Bezirk.

Dem scheidenden Leiter Gerhardinger (siehe Interview, Seite 25) hatte Höher eingangs versichert: "Sie werden uns fehlen. Sie haben sehr viel bewegt." Aus den Augen verlieren werde man sich aber nicht, weil die Zusammenarbeit auf Bezirksebene weitergehe. Höhers Aussage "ich kann mir die Einrichtung ohne Sie gar nicht vorstellen" kommentierte Gerhardinger mit den Worten: "Eine Beratungsstelle ist mehr als ihr Leiter. Dieses Team hier wird weitermachen, deshalb ist mir nicht bange."
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