Auch der Ferienausschuss will die Realschulschwimmhalle nur sanieren
Ein "Pieselbecken"

Die Schwimmhalle (vorne rechts) der Realschulen soll saniert, für die Turnhalle (links) alternativ auch ein Neubau gerechnet werden. Die Berechnung der Kosten für einen Hallenbadbau hätte angeblich ein Jahr gedauert und mehrere hunderttausend Euro gekostet. Luftbild: Michael Ascherl
 
"Mit Pieseln hab' ich Erfahrung, Das können sie mir glauben." Zitat: Urologe Prof. Theo Klotz

Je länger die Diskussion, je intensiver das Nachbohren, umso klarer die Erkenntnis: Einen Kostenvergleich zwischen Sanierung der Realschul-Schwimmhalle und einem Neubau hat es nie gegeben - und wird es auch nicht geben. Dennoch gibt es neue Überlegungen.

Mit ihrem Antrag, endlich die Kosten für den Neubau der Schwimmhalle zu rechnen, hatte die Bürgerliste im Ferienausschuss keinen Erfolg. Fraktionschef Christian Deglmann bedauerte, dass sich die Verwaltung nicht mal die Mühe gemacht habe, in der Tischvorlage auf die "geänderten äußeren Sachverhalte" einzugehen, also auf die steigenden Kosten der Sanierung sowie die durchaus mögliche hohe Förderung eines größeren neuen Bades.

Selbst nach der Sanierung sei das Sportbad zu klein und entspreche nicht den Anforderungen, betonte Deglmann. Ein Neubau mache Sinn, selbst wenn Weiden damit die drei Millionen Euro für die Sanierung aus dem Zip-Programm verliere. Zudem bestehe bereits jetzt die Gefahr, dass die Vorgaben der Förderrichtlinien nicht erfüllt werden könnten. "Wir sollten uns darum den Weg zum Neubau offen halten."

Die Förderzusage von drei Millionen Euro habe verhindert, dass ein möglicher und nötiger Neubau in den Fokus gerate, Im Mai sei Weiden aber von Aussagen überrascht worden, dass Sanierungskosten für den Sporttrakt von 18 Millionen Euro auf die Stadt "zurauschen". "Es können auch 20 Millionen werden. Darum lasst uns die Runde drehen", bat Deglmann. 2015 lagen die geschätzten Sanierungskosten bei 13, für den Neubau bei 15 Millionen Euro.

"Kleingeistige" Haltung

Als "kleingeistig" und "unverständlich" bezeichnete Theodor Klotz (Bürgerliste) die Einstellung von CSU und SPD, an der Sanierung der Schwimmhalle festzuhalten. Das alte Bad werde dem Anspruch, den Stadt und Sport stellten, nicht gerecht. "Man hat heute kein kleines 25-Meter-Pieselbecken mehr. Mit Pieseln hab' ich Erfahrung, glauben sie mir", sagte der Urologe. Gisela Helgath (Grüne) und SPD-Fraktionschef Roland Richter gestanden, dass ein belastbarer Kostenvergleich sinnvoll sei. Dafür sei es aber zu spät.

"Ich kann den Antrag verstehen", betonte Richter. Zumindest bei der Sporthalle will es der Stadtrat besser machen, die drei Millionen konzentriert für die Schwimmhalle einsetzen, so Richter. Für die Sporthalle sei ein Neubau zu prüfen. Für die Sanierung sprach sich Hildegard Ziegler (SPD) aus. "Diese Fördermittel dürfen wir nicht verlieren. Es wäre fatal, sie aufs Spiel zu setzen." Sie forderte für jede Stadtratssitzung einen Bericht zur Sanierung der Realschulen. Friedrich Zeiß, stellvertretender Bau- und Planungsdezernent, kündigte an, dass er bald die Kosten für den Sporthallen-Neubau vorlegen könne.

Nicht mehr umdrehen

CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch warnte davor, ständig Kosten zu produzieren. Die Sanierung sei beschlossen und umzusetzen. "Das ist absolut der falsche Zeitpunkt, um nochmals umzudrehen."

"Wenn wir diese Förderung verdaddeln, ist es mit dem Projekt vorbei", betonte OB Seggewiß. Wahrscheinlich bekomme Weiden demnächst keine Stabilisierungshilfen mehr. Die Förderrichtlinien gäben der Stadt das Tempo vor. Der Bürgerlisten-Antrag müsse abgelehnt werden. Und das tat der Ferienausschuss - gegen die beiden Stimmen der Bürgerliste. Davor hatte Bürgermeister Lothar Höher entnervt den Antrag auf Schließung der Rednerliste gestellt.

Mit Pieseln hab' ich Erfahrung, Das können sie mir glauben.Urologe Prof. Theo Klotz
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