15.12.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auf der A 93 um Weiden ist es Richtung Norden gefährlicher als in Richtung Süden Das Unfall-Rätsel

Man glaubt es kaum. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Autobahn bei Weiden in einen Unfall verwickelt zu werden, hängt von der Fahrtrichtung ab. Es ist ein großer Unterschied, ob Sie nach Norden oder nach Süden unterwegs sind.

Typisch: Auf der Autobahn A 93 bei der Anschlussstelle Weiden-Süd kracht im September 2016 ein tschechischer Sattelzug auf einen Lastwagen, der am Stauende steht. Erneut in Fahrtrichtung Norden - wie so häufig. Archivbild: Götz
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Die Zahlen aus der jüngsten Verkehrsunfallstatistik belegen es. Insgesamt hat sich die steigende Tendenz der Unfallzahlen aus dem Vorjahr (damals plus 16 Prozent) auf der A 93 im Jahr 2016 leider fortgesetzt, wie Polizeihauptkommissar Hans Wurm am Donnerstag im Hauptverwaltungsausschuss anmerkte. Um 19 Prozent, von 79 auf 94, erhöhte sich die Zahl der Unfälle. Und jetzt kommt's: Die Zunahme geht allein auf das Konto der Strecke in Richtung Hof. In Fahrtrichtung Regensburg waren die Unfallzahlen sogar rückläufig. Diese sanken von 39 auf 32. Schwerverletzt war nur noch ein Beteiligter (statt 3). Der entstandene Sachschaden (ohne Kleinunfälle) verringerte sich deutlich um 51,7 Prozent von 116 000 auf 60 000 Euro.

Andersrum war das Bild in Richtung Hof. Statt 40 waren im Jahr 2016 immerhin 62 Unfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich von 1 auf 3. Der Sachschaden nahm um 72,9 Prozent von rund 203 000 auf 351 000 Euro zu.

Kollegen in der Redaktion rätselten schon, dass die auffällige Entwicklung mit den Pendlern zu tun haben könnte, denen es am Freitag nicht schnell genug geht, nach Hause zu kommen. Oder dass im Bereich Weiden die letzte Raststätte mit Pentling schon wieder 100 Kilometer zurückliegt und damit Ermüdungserscheinungen eine gewisse Rolle spielen.

Aber vermutlich ist alles viel einfacher. "Der neue Tag" hat bei Hauptkommissar Wurm nachgefragt: Er verweist auf die zahlreichen Baumaßnahmen auf der Strecke zwischen Weiden-Süd und Weiden-Nord als eine der Hauptursachen. Gerade die Einfahrten mit Stopp-Schildern ohne Einfädelspur hätten wohl zu vielen Auffahrunfällen geführt. Zur starken Zunahme der Schäden erklärt Wurm: "Das geht ganz schnell, da brauchen bloß mal ein oder zwei Laster beteiligt sein. Und schon sind's 100 000 Euro mehr."

Auch bei den Zahlen zum gesamten Unfallgeschehen im Stadtgebiet ist Vorsicht geboten. So stieg zwar die Zahl um fast 10 Prozent von 1625 auf 1782 und lag damit deutlich über dem bayernweiten Trend (1,78 Prozent), allerdings ist bei den Unfällen mit Personenschaden ein Rückgang um 3,16 Prozent auf 245 festzustellen. Wiederum gegen den Landestrend (plus 1,25 Prozent). Dazu noch ein paar Zahlen, die eigentlich am wichtigsten sind: Die Zahl der getöteten Personen ist von 2 auf 1 zurückgegangen. Und auch die Zahl der Schwerverletzten entwickelte sich positiv: von 38 auf 32 (15,8 Prozent).

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp