Auf der Baustelle zum Wittgarten-Durchstich wird gearbeitet
Baustellenlärm an Ostern

Wie auf Schienen gleitend wird der Betonkoloss über eine Länge von 35 Metern hydraulisch verschoben. Bild: Schönberger

Rund 1000 Tonnen Beton müssen auf der Baustelle am Wittgarten-Durchstich über die Osterfeiertage bewegt werden. Das ist mit Lärm und einer Gleissperrung verbunden. Anwohner und Reisende brauchen gute Nerven.

Es gibt mit Sicherheit bessere Zeitpunkte für lärmintensive Bauarbeiten, aber der Zeitplan für den Einbau des 25 Meter langen Hauptbauwerkes am Wittgarten-Durchstich wurde bereits vor drei Jahren mit der Deutschen Bahn vereinbart (wir berichteten). Ein Fußgängertunnel wird künftig in der Verlängerung der Siechenstraße den Stadtteil Stockerhut mit der Max-Reger-Straße verbinden. "Die Anwohner werden froh sein, wenn sie demnächst kurze Wege in die Stadt haben", sagt Projektleiter Radoslaw Kur von der Baufirma Markgraf. Aber er beschönigt nichts. "Es wird über Ostern laut werden", bittet Kur schon jetzt um Verständnis.

Ab heute, Mittwoch, wird die Bahn mit dem Rückbau des viergleisigen Oberbaus inklusive einer Weichenverbindung beginnen, teilt ein Sprecher der Bahn mit. Außerdem wird der Bahndamm abgetragen. Die Firma Knape, Kirchheim bei München, ist mit den Arbeiten beauftragt. Das rund 1000 Tonnen schwere Tunnelbauwerk braucht Platz. Es ist 25 Meter lang, sechs Meter breit (Fuß- und Radweg) und hat eine lichte Höhe von 2,5 Metern. Auf dem Gelände der Stadtwerke wurde es in den letzten Monaten vorbereitet, fertig gegossen und befindet sich zurzeit in der "sogenannten Herstelllage", wie der Projektleiter auf Anfrage erklärt.

"Um in die Endlage zu kommen, wird die Konstruktion hydraulisch in Position geschoben", sagt Kur. Das geschehe mittels zweier Hydraulik-Pressen. 35 Meter Schubweg mit einem leichten Gefälle von 2 Prozent müssen dabei überwunden werden. "Das Bauwerk wird dazu auf zwei Verschubträger gesetzt, hydraulisch einige Zentimeter angehoben und gleitet dann wie auf Schienen." Den Verschub übernimmt die Firma Max Bögl aus Neumarkt. Er ist für den Karfreitag geplant.

"Wir haben nur eine knappe Woche Zeit. Dann müssen die Züge wieder drüber rollen. Auch am Karfreitag wird deshalb gearbeitet", sagt Kur. "Bis Dienstag, 4 Uhr, müssen wir fertig sein." Im Eilzugtempo sind die Erdarbeiten zu erledigen. Insgesamt 6000 Tonnen Erdaushub und 1000 Tonnen Gleisschotter müssen bewegt werden. Mehrere Spezialfahrzeuge sind im Einsatz. Da verschiedene Firmen an dem Bauprojekt beteiligt sind, werden über die Osterfeiertage insgesamt rund 50 Arbeiter auf der Baustelle sein.

Auch Projektleiter Kur muss arbeiten und hofft, dass der Zeitplan gehalten wird. Er behält den Wetterbericht im Auge. "Regen wäre nicht so gut", sagt er. "Der Boden an der Baustelle ist ,schluffig' und somit sehr wasserempfindlich. Er könnte aufweichen." Kur bittet Neugierige, sich fern zu halten. "Die Baustelle ist umzäunt und nicht ungefährlich."

Parallel zum Verschub des Betonkolosses wird die Weichenverbindung um etwa 20 Meter in Richtung des Bahnhofes verschoben, so der Bahnsprecher. Sobald die vorgesehene Position erreicht ist, werde der Bahndamm wieder schichtweise aufgebaut und die Gleise verlegt. Auch hier komme Spezialgerät zum Einsatz. Ab Ostermontag, 2. April um 23.59 Uhr sollen laut Auskunft der Bahn wieder planmäßig Züge über den Streckenabschnitt rollen.

Lange hat Weiden auf den Durchstich gewartet. Jetzt kommt er, und die Anwohner brauchen Nerven. Die Bauarbeiten sollen laut werden, genauso wie einen Kilometer weiter. Bei Altenstadt/WN finden ebenfalls an Ostern Gleisbauarbeiten statt. Das sei so gewollt, sagt die Bahn. "Denn an den Feiertagen fahren deutlich weniger Fahrgäste mit der Bahn."

Ersatzverkehr über OsternBahnreisende müssen sich im Zuge der Baustelle am Wittgarten-Durchstich über Ostern auf Behinderungen einstellen.

So ist die Bahnstrecke zwischen Weiden und Neustadt/WN in beiden Richtungen von Donnerstag, 29. März, bis Montag, 2. April, jeweils ganztägig gesperrt. Die RE-Züge werden durch Busse ersetzt. Zu beachten ist, dass diese bis zu 20 Minuten früher abfahren bzw. bis zu 18 Minuten später in Neustadt/WN ankommen.

Von der Totalsperre betroffen sind auch die OPB- und ALX-Züge zwischen Wiesau und Weiden. Auch hier gibt es Schienenersatzverkehr mit Bussen, und zwar von Mittwoch, 28. März, 23.45 Uhr bis Dienstag, 3. April, 6 Uhr. Die Fahrzeit verlängert sich um bis zu 35 Minuten. Die Züge der Agilis Weiden und Bayreuth entfallen zwischen Weiden und Schwarzenbach bei Pressath. Infos zu den Fahrplanänderungen: im Internet unter bauinfos.deutschebahn.com oder Telefon 089/ 2035-5000. (shl)
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