08.11.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aufgaben der neuen Vorsitzenden Ilona Rath-Lux Rettungsanker im Schwimmverein

"Manche denken vielleicht, ich kann zaubern", sagt Ilona Rath-Lux. Für viele hat sie das bereits getan - als gute Fee, die den Schwimmverein retten wird. Nachdem im September ein Hoffnungsträger kurzfristig für den Vorsitz abgesprungen ist, drohte das Aus. "Bevor alles den Bach runtergeht, hab' ich gesagt, ich spring ein", erklärt Rath-Lux. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10. November wird sie voraussichtlich ins Amt gehoben. Schon seit Jahren ist sie als Vorsitzende des SV-Fördervereins und Schätzlerbad-Gastronomin eng mit dem Verein verbunden: "Mein Herz liegt im Schätzlerbad. Hier bin ich groß geworden." Jeden Tag nach der Schule sei die gebürtige Weidenerin ins Freibad gegangen.

Ilona Rath-Lux war schon als Kind täglich im Schätzler. Ab Freitag wird sie den Schwimmverein als Vorsitzende aktiv mitgestalten. Bild: Schönberger
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Für ihr neues Ehrenamt gibt die 44-Jährige ihr Hobby auf: "Ich spiele jetzt genau 30 Jahre lang aktiv Handball beim HC Weiden. Nächstes Jahr höre ich auf." Ihrer Familie wolle sie nicht zu viel zumuten. Durch den Sport kenne sie auch das Vereinsleben sehr gut. "Ich weiß, wie das ist, wenn keiner da ist. Auch deshalb habe ich gesagt, ich mach' das." Ihr Vorgänger Reinhard Meier besetzt ihre Position im Förderverein. Doch Rath-Lux wird nicht alle seine Aufgaben übernehmen. Denn die Verantwortung für den Bäderbetrieb haben ab 2018 in einer gGmbH zwei Geschäftsführer: SV-Kassier Norbert Ziegler wird wirtschaftlicher Leiter, zweiter Vorsitzender Klaus Kunz technischer Leiter. "Mit der Trennung zwischen SV und gGmbH können wir auch das Missverständnis aus der Welt räumen, dass der Schwimmverein so viel Geld braucht. Nein, es ist das Schätzlerbad, das so viel kostet", erklärt Rath-Lux.

So verbessere sich womöglich das Verhältnis zur Stadt. "Ich bin auch in keiner Partei. Ich hoffe, da glätten sich die Wogen." Denn immerhin gebe es in Zukunft einiges gemeinsam zu stemmen. Stichwort: Realschul-Hallenbad. Dieses Thema bezeichnet die zukünftige Vorsitzende als wohl größte Herausforderung. "Wir müssen einfach mit der Stadt gemeinsam schauen, wo wir während des Umbaus unterkommen." Die WTW sei als Ausweichstandort nicht ausreichend. Auch ein genauer Zeitplan sei wichtig. Ihr Wunsch wäre eine 50-Meter-Bahn. Nur so könne der Schwimmverein sich breit aufstellen - und Mitglieder gewinnen. In den letzten Jahren gab es hier einen dramatischen Einbruch. "Wir sind von 5000 auf 3000 runtergefallen." Grund seien die Änderungen der Eintrittspreise und Öffnungszeiten im Schätzlerbad. "Das war aber wirtschaftlich notwendig, um die Schließung abzuwenden." Doch die neue Vorsitzende verspricht: "Wir haben definitiv vor, die Preise nicht mehr zu erhöhen." Sponsoren und Zuschüsse der Stadt würden dabei helfen - und ihre Vereinskollegen: "Ich bin hier kein Einzelkämpfer. Wir beim SV sind eine Familie."

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