20.02.2018 - 15:58 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Ausstellung zeigt bedeutende "Schlesische Rathäuser" Mittelpunkt des Handels und der Städte

Rathäuser haben eine besondere Bedeutung. Das gilt auch für die Städte Schlesiens, wie die Ausstellung "Schlesische Rathäuser" belegt.

Als Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien bezeichnete Lothar Fischer das Land an der Oder als blühendste und reichste deutsche Provinz. Er befürchtet das Verlorengehen fast 800-jähriger Besiedlungsleistung. Die Ausstellung „Schlesische Rathäuser“ vermittelt Wissen von Metropolen dazu. Bild: Dobmeier
von Autor rdoProfil

Meist mit einem Turm versehen und mitten auf dem Marktplatz errichtet säumt ein Ring von Gebäuden das Rathaus, um nach außen hin die Wichtigkeit zu demonstrieren. Stadthäuser mit Arkaden schließen sich häufig an, wie die Bildtafeln belegen, die seit der Ausstellungseröffnung am Montag im Foyer des Neuen Rathauses zu sehen sind.

Dazu gab Lothar Fischer als Vorsitzender der Landsmannschaft Nieder- und Oberschlesien einen historischen Rückblick auf die Besiedelung des Oderlands. Es entwickelte sich durch deutsche Siedler zwischen 1246 und 1263 zu Zeiten des polnischen Piasten Wladislaw II. Als die Einwanderer vom 12. bis ins 14. Jahrhundert ins Land kamen, gab es dort keine freien Bauern und Bürger. Doch die Siedler, vom Landesherren mit "deutschen Recht" ausgestattet, kamen als Freie nach Schlesien.

Neben vielen kleinen Dörfer entstanden Metropolen mit prunkvollen Rathäusern, die in der Ausstellung zu sehen sind. Bauern und Handwerker betrieben in den Markthallen der Rathäuser regen Handel, schufen so Wohlstand und Fortschritt. Durch die Teilungen waren die Herzogtümer immer kleiner geworden, Grenzstreitigkeiten kamen auf. Mit dem "Vertrag von Trentschin" 1335 verzichtete der polnische König Kasimir der Große für "immer und ewig" auf alle seine Ansprüche und beendete die zuletzt nur noch vage bestehende Zugehörigkeit zu Polen. Es war die Loslösung Schlesiens von Polen, die bis zur Vertreibung 1945 dauerte.

"Die Schautafeln vermitteln die 800-jährige deutsche Kultur und Tradition, die nicht in Vergessenheit geraten darf", betonte Lothar Fischer. Die Ausstellung ist bis Freitag, 9. März, im Foyer des Neuen Rathauses zu sehen.

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