05.02.2018 - 17:04 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Bald beginnen die Infoabende zum Schulübertritt Schulwechsel: Die Qual der Wahl

Für Viertklässler und deren Eltern beginnt jetzt die heiße Phase. Sie touren in den nächsten Wochen zu Informationsabenden an weiterführenden Schulen. Ihre brennende Frage: Welche Schule ist für mein Kind die beste?

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Einer, der auf diese Frage professionelle Antwort weiß, ist Klaus Hartmannsgruber. Das Interview mit dem Beratungsrektor an der Max-Reger-Schule führte Redakteurin Jutta Porsche.

Die Grundschullehrer sprechen mit dem Übertrittszeugnis im Mai eine Empfehlung aus. Nach welchen Kriterien richtet sich diese?

Klaus Hartmannsgruber: In erster Linie nach dem Notenschnitt in den Fächern Deutsch, Mathe, Heimat- und Sachkunde (HSU). Wer ans Gymnasium wechseln will, sollte mindestens einen Notenschnitt von 2,33 haben, für die Realschule gilt ein Schnitt von 2,66.

Spielen Begabungen auch eine Rolle?

Nicht explizit. Das A und O ist die Schulleistung. Natürlich gibt es auch Kriterien wie Motivation, Arbeitsverhalten, Aufmerksamkeit oder Ausdauer. Wenn ich all das berücksichtige und vor allem das Notenbild, lässt sich realistisch einschätzen, für welche Schule das Kind geeignet ist.

Wissen Sie wie viel Prozent der Eltern sich an die Grundschulempfehlung halten?

Nein. Aber mein Rat an die Eltern lautet immer: Machen Sie sich mit Ihrem Kind ein Bild von den verschiedenen Schulen. Gehen Sie mit ihm zu den Infoabenden und zu den Tagen der offenen Tür. Saugen Sie die Atmosphäre auf. Schauen Sie sich die Homepages an: Welche Arbeitsgemeinschaften existieren? Wenn ich Ganztagesbeschulung benötige: Wird das angeboten? Und so weiter ...

Sollten die Eltern sich unbedingt nach der Übertrittsempfehlung der Grundschule richten?

Der Klasslehrer kennt das Kind, nach den Eltern, am besten. Wichtig ist eine realistische Einschätzung. Wer Visionen nachjagt, nach dem Motto "mein Kind muss das oder das mal werden", kann sein Kind auch überfordern. Die Empfehlung im Übertrittszeugnis sollte deshalb mit entscheidend sein. Wird der Notenschnitt nicht erreicht, ist auch Probeunterricht möglich. Aber Vorsicht: Wenn mein Kind wegen langer Krankheit viel nachholen muss, kann Probeunterricht sinnvoll sein, wenn Prüfungsangst besteht, vermutlich eher nicht.

Wie viel Prozent der Schüler wechseln ans Gymnasium, wie viele an die Realschule?

Das lässt sich nicht generell sagen. Denn die Zahlen variieren von Jahr zu Jahr.

Mit welchen Fragen werden Sie als Beratungslehrer am häufigsten konfrontiert?

Die erste Frage der Eltern lautet immer: Ist mein Kind geeignet für ...? Mir ist es wichtig, zu erklären, dass das bayerische Schulsystem absolut durchlässig und in seiner Art einzigartig ist. Wenn ein Kind nach der vierten Klasse noch nicht fürs Gymnasium geeignet ist, klappt der Übertritt vielleicht nach der fünften Klasse. Ein anderes Kind gelangt über Realschule und Fachoberschule zum Abitur. Die andere Seite ist: Was bringt es denn, wenn wir nur Akademiker haben? Auch Handwerker und andere Berufe sind wichtig.

Gibt es den idealtypischen Gymnasiasten, Realschüler oder Mittelschüler?

Eben nicht. Jedes Kind ist ein Individuum, keine Maschine, hat einen eigenen Charakter. Ein spezieller Charaktertyp zum Beispiel für das Gymnasium lässt sich nicht aufzeigen. Schließlich gibt es an den Schulen auch verschiedene Zweige, die unterschiedliche Fähigkeiten erfordern.

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