01.09.2017 - 19:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Barrierefreier Ausbau der Kolpingplatzes hoch bezuschusst "Mehr erreicht, weniger bezahlt"

Trotz leiser Kritik überwiegt das Lob für den Umbau von Kolpingplatz und Seltmannstraße. Bürgermeister Lothar Höher spricht bei der CSU-Ortsbegehung sogar vom Durchbruch für das innerstädtische Verkehrskonzept. Und das Tiefbauamt sagt Nachbesserungen zu - falls diese notwendig sind.

Die ursprünglich diskutierten Vorschaltampeln für die Radfahrer haben die Experten eingespart. Stattdessen sind die "Radl-Aufstellflächen" größer geworden. Vor dem Josefshaus umfasst diese stadtauswärts vor der Ampel die gesamte Sedanstraße (rechts). Die Radl-Schutzstreifen, aber auch die Fahrspuren sind ausreichend breit, war bei der CSU-Ortsbegehung am Kolping-Platz zu hören. Bild: Schönberger
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Zunächst jedoch müssen sich die Autofahrer in der Christian-Seltmann-Straße und am Kolpingplatz an die neue Situation gewöhnen: Ihre Fahrspuren sind deutlich schmaler geworden, denn von ihnen mussten die Schutzstreifen für die Radfahrer abgezwackt werden. Alle Verkehrsteilnehmer müssten dies nun akzeptieren und respektieren, betonen Andreas Bauer, Leiter der Verkehrsbehörde der Stadt Weiden, sowie Thomas Biersack vom Tiefbauamt. Heinrich Rewitzer, stellvertretender Verkehrssachbearbeiter der Weidener Polizeiinspektion, der schon mal eine junge Radlfahrerin vom Gehsteig verweist, unterstreicht, dass die Radfahrer nun "auf jeden Fall wesentlich sicherer" am Verkehr teilnehmen könnten.

Ausdrücklich dankt CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch allen, die sich für die Umgestaltung des Kolpingplatzes eingesetzt und viel Geduld gezeigt haben. Allerdings betont er auch, dass es Hans Blum war, der im April 2008 den Antrag für ein innerstädtisches Verkehrskonzept gestellt habe. Dieses wiederum habe den "Stein ins Rollen" gebracht. "Das ist unser aller gemeinsames Projekt", band Pausch die anderen Fraktionen und Stadtratsgruppierungen mit ein.

Unter den Teilnehmern der CSU-Ortsbegehung war auch SPD-Stadtrat Gerald Bolleiniger. Nach dessen Ansicht muss die Sedanstraße zur Einbahnstraße umfunktioniert werden, damit sie ihre künftige Aufgabe als Zubringer ("nicht nur für die Autos") für die Stadtgalerie erfüllen könne. Bolleiniger vermisste auch die einst diskutierten Vorschaltampeln, die den Radlfahrern einen Vorsprung vor den Autos verschaffen sollten. "Nicht nötig", sagen dazu die Experten aus dem Rathaus.

Keine Phantom-Markierung

Ursprünglich, so erklärte Thomas Biersack, war nur eine "Ummarkierung" der Fahrbahnen mit dem Aufpinseln der Schutzstreifen für die Radfahrer vorgesehen. Diese "nicht billige Phantom-Markierung" hätte nur für wenige Jahre gehalten. In Gesprächen bei der Regierung rückte ein echter, barrierefreier und behindertengerechter Umbau in den Fokus, da hierfür eine hohe Förderung in Aussicht gestellt wurde. "Wir haben viel mehr erreicht und deutlich weniger bezahlt", erklärte Biersack.

Die bisher genannten Kosten von 350 000 Euro umfassen lediglich den reinen Straßenbau. Mit Planungskosten, Verkehrssicherung, Umbau der Ampelanlagen, der Verkehrsinseln und Einbau der Behindertenleiteinrichtung würden jedoch 611 000 Euro erreicht. "Aber, wir bekommen eine Förderung von 75 Prozent."

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.