15.03.2018 - 18:34 Uhr
Oberpfalz

Barrierefreier Ausbau könnte voran gehen Weidener Bahnhof ist nun Ministersache

Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Weiden ist nun Ministersache. Joachim Herrmann will nach einer entsprechenden Forderung von Annette Karl (SPD) helfen. Wenn nötig, vorerst mit "Behelfsmaßnahmen".

Nichts geht beim Ausbau der Barrierefreiheit voran. Nun stockt auch noch das Gepäckförderband, erklärt Landtagsabgeordnete Annette Karl im Landtag in München - und findet Gehör. Bild: Schönberger
von Jürgen UmlauftProfil

München/Weiden. Innenminister Joachim Herrmann hat eine Beschleunigung des barrierefreien Ausbaus des Bahnhofes in Weiden angedeutet. Im Wirtschaftsausschuss des Landtags erklärte er zu Forderungen der SPD-Abgeordneten Annette Karl nach einer raschen Barrierefreiheit, grundsätzlich sei diese im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Marktredwitz-Regensburg vorgesehen. "Sollte die aber noch länger auf sich warten lassen, dann müssen wir da zwischenzeitlich mit Behelfsmaßnahmen einsteigen", sagte Herrmann, ohne konkreter zu werden. Er werde sich den Fall noch einmal genau anschauen.

Zuvor hatte Karl geklagt, der Fortgang des barrierefreien Ausbaus in Weiden sei "ein Trauerspiel und beschämend". Seit Jahrzehnten bemühe sich die örtliche Politik um Verbesserungen. Stattdessen verschlechtere sich die Lage weiter. Inzwischen sei auch das Gepäckförderband an den Treppen wegen eines Defekts abgebaut. Ob und wann es wiederkomme, sei ungewiss. Bis zur Elektrifizierung der Bahnstrecke zu warten, für die die Planungen gerade erst begonnen hätten, sei nicht hinnehmbar. "Die Bürger akzeptieren das nicht mehr, wir brauchen zumindest eine pragmatische Übergangslösung", sagte Karl.

Wie nötig dieser Schritt sein könnte, ergibt sich aus einer Mitteilung des Hofer SPD-Abgeordneten Klaus Adelt. Dem hat Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel auf Anfrage mitgeteilt, dass sich die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg um bis zu zwei Jahre verzögern werde. Ursache seien die von Bürgerinitiativen geforderten und vom Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) versprochenen umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen. "Für die Neuplanung des Schallschutzes muss die Schallentwicklung an sämtlichen Gebäuden entlang der Strecke neu berechnet und bewertet werden", schrieb Josel. Die Folge seien Planungsänderungen, die bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen dürften. 

Hier geht's zum Angemerkt von Beate Luber

Sollte die Elektrifizierung noch auf sich warten lassen, müssen wir mit Behelfsmaßnahmen einsteigen.Innenminister Joachim Herrmann zum Ausbau der Barrierefreiheit
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