Bau eines Gestüts: Ortsbegehung Halmesricht
Amtsschimmel wiehert

Die Straße teilt das Gelände in einen öffentlichen und privaten Bereich. Links bei Halmesricht soll die Denkwelt entstehen. Auf der rechten Seite plant Christian Engel (links) ein Pferdegestüt. Ortsobmann Karl Bäumler (Dritter von rechts) hat die Stadträte zu einer Ortsbegehung eingeladen. Bild: swi

Wenn ein skeptischer Landwirt auf einen erbosten Bauherrn trifft, klingt das zunächst nach Ärger. Dieser bleibt bei der Ortsbegehung in Halmesricht allerdings aus. Und das, obwohl beide Seiten in Sachen Gestüt Klartext reden.

Zur Besichtigung des 25 Hektar großen Geländes hat der Ortsobmann des Bauernverbands Neunkirchen-Frauenricht, Karl Bäumler, geladen. Grund ist das Gestüt, das Christian Engel auf dem für die Denkwelt vorgesehenen Grundstück plant. Bei der Begehung kamen nicht nur die Sorgen und Wünsche der Halmesrichter, sondern auch die bürokratischen Hürden, die ein Bauherr zu überwinden hat, zur Sprache. Für beides hatten die anwesenden Stadträte ein offenes Ohr.

Zu Beginn machte Engel deutlich, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Denkwelt und dem Gestüt gebe: "Das eine ist ein öffentliches Projekt, das andere ist die private Pferdezucht meiner Frau." Dass der Bau eines "stinknormalen Gestütes" mit solch großen Problemen behaftet sei, hätte der BHS-Chef nicht gedacht. "Ich werde von einem Amt zum anderen gereicht und das immer fünf vor zwölf."

Bürokratie ärgert Bauherrn

Im April vergangenen Jahres reichte er mit seiner Frau Bernice den Bauantrag für das Gestüt ein. Jetzt hat Engel erfahren, dass er ein wasserrechtliches Verfahren durchführen muss, obwohl das Niederschlagswasser am eigenen Grundstück versickert. Das Umweltamt erwarte vom Bauherrn, dass er Sickergruben anlegt, bevor er mit dem Bau anfängt. Und am Freitag bat ihn die Stadt um Eintragung der Grunddienstbarkeit für die Abwasserleitung. Das sei allerdings ohne Baugenehmigung gar nicht möglich, erklärte der Unternehmer. Daher stehe ihm das Ganze "langsam bis hier".

Denkwelt - und was noch?

Das am oberen Hang des Areals geplante Gestüt umfasst fünf Hektar. Ein Fünftel der Fläche soll überbaut werden. Das Bauvorhaben stößt bei den Bürgern von Halmesricht auf Irritation. "Am Anfang hieß es, dass auf dem gesamten Gelände eine Denkwelt entstehe", sagte Bäumler. Daher haben die Dorfbewohner die Befürchtung, dass scheibchenweise immer wieder etwas anderes gebaut werde. Nachdem die Lars- und Christian-Engel-Stiftung bereits zweieinhalb Millionen Euro aus staatlichen Mitteln für das Projekt erhalten habe, könne Engel versichern, dass es eine Denkwelt geben werde.

Beim geplanten Gestüt verwies der Landwirt auf einen angemessenen Hochwasserschutz. "Mir wäre wohler, wenn es unterhalb der Versickerungsbecken eine kleine Leitung geben würde, damit das Wasser kontinuierlich abfließen könnte." Um die Verkehrsbelastung für Halmesricht und die umliegenden Dörfer möglichst gering zu halten, fordert Bäumler zudem eine direkte Anbindung an die Staatsstraße von Weiden nach Mantel. Das sei aber erst beim Bau der Denkwelt notwendig.

Die entscheidende Frage stellte SPD-Stadtrat Josef Gebhardt: "Gibt es Einwände, dass hier ein Gestüt entsteht?" Wenn die vorgetragenen Wünsche und Anmerkungen berücksichtigt werden, gäbe es keinen Grund, gegen das Bauvorhaben zu stimmen, sagten die Stadträte. Ob das Gestüt genehmigt wird, darüber muss aber der Bauausschuss entscheiden. In der nächsten Sitzung am 22. März steht der geplante Bau aber nicht auf der Tagesordnung.
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