Bei Familie Schäfer warten vier Kinder aufs Christkind
Bescherung hoch vier

Gestatten, Familie Schäfer (von links): Arthur, Genrich, Max, Lydia, Paul und Alexander. Es gibt übrigens eine zweite "Frau" im Haus: Katze Kitty, doch die wollte nicht mit aufs Bild. Der Weihnachtsbaum steht seit Tagen geschmückt im Haus, damit es an Heiligabend nicht so stressig wird. Bild: Schönberger

Max (6) wünscht sich zu Weihnachten einen Dinosaurier, der nachts leuchtet und Kopf und Schwanz bewegen kann. So einen hat er mal in einem Geschäft gesehen. Paul und Arthur möchten lieber Transformers. Mit Fernbedienung und Plastikwaffen. Alles ist eben doch nicht gleich bei diesen Drillingen.

(ps) Die drei Jüngsten der Familie Schäfer sind allerdings auch keine eineiigen Drillinge. Fein herausgeputzt mit Westen und T-Shirts mit aufgedruckten Fliegen sitzen sie schön aufgereiht am Esszimmertisch und geben den Gästen vom "Neuen Tag" gerne Auskunft über ihre Weihnachtswünsche. Max natürlich als Erster. Er ist eindeutig der Wortführer des Trios. Dass er zu Weihnachten einen neuen Dinosaurier braucht, kann er auch gut begründen. "Ich mag Dinos. Ich hab schon eine Kiste voll, aber bei dem roten ist die Batterie so schwach."

Paul - er kam am 10. März 2010 als Erster auf die Welt - wünscht sich, wie gesagt, einen Transformer "mit Gummiwaffe". Und ausgerechnet Arthur, der Ruhigste von der Dreierbande, möchte ausdrücklich einen "bösen Transformer mit Plastikschwert". Alexander (14), der große Bruder, äußert den typischen Teenager-Wunsch: Geld. Damit er sich die ersehnte CD oder das Computerspiel selbst kaufen kann.

Ob diese Wünsche erfüllt werden? Das dürfen wir natürlich nicht verraten, um die Überraschung am Heiligen Abend nicht zu verderben. Aber wie der Weihnachtstag ablaufen soll, das haben uns die Eltern verraten.

Stress für die Mutter

"Ganz normal", meint Lydia Schäfer (32). "Wie in jeder anderen Familie auch." So ganz normal ist es aber doch nicht, wie sich bei genauem Nachhaken herausstellt. Denn nicht in jeder Familie warten vier Kinder auf die heiß ersehnte Bescherung. Und das bedeutet zunächst mal Stress für die Mama. Denn die bringt vorher die Wohnung auf Hochglanz, verpackt die Geschenke und kocht am Weihnachtsabend groß auf: Es gibt Ente, Schweinebraten und Knödel mit Rotkraut.

"Meine Frau ist die meiste Zeit in der Küche", sagt Genrich Schäfer (33), der das Schneiden des Rotkrauts übernimmt und mit Sohn Alexander den Tisch decken wird. Sein Job ist es an diesem Abend, die Kinder beim Auspacken zu fotografieren und zu filmen: "So eine Erinnerung ist wichtig." "Damit sie später mal sehen, was das für uns für ein Aufwand war", fügt seine Frau hinzu. Also doch nicht so leicht zu meistern, so ein Fest zu sechst.

Deshalb haben die Weidener Eheleute schon vorgearbeitet. Der Weihnachtsbaum ist längst geschmückt. "Sonst wird das zu hektisch." Die Wünsche der Kleinen haben die Eltern schon im November notiert. Was sie bedauern: Der Nikolaus und seine Helfer von der Aktion "Ein Baum für Weiden" werden in diesem Jahr nicht zu ihnen kommen. Denn: "Wir haben die Wohngeldbescheinigung zu spät erhalten", erzählt der 33-Jährige.

Die Bescherung fällt natürlich trotzdem nicht aus. "Lieber sparen wir an anderer Stelle als an den Kindern", sagt Lydia Schäfer. Vormittags, wenn die Drillinge im Kindergarten sind und Alexander in der Schule, arbeitet sie stundenweise als Betreuungskraft bei den Maltesern. Ihr Mann ist Anlagenführer im Vier-Schicht-Betrieb. Heuer hat er Glück. Er hat an allen drei Feiertagen frei und danach noch Urlaub.

Für seine Frau ist das eine riesen Erleichterung. "Sonst hätte er am Heiligen Abend um 20.30 Uhr in den Dienst gemusst, und ich wäre mit den Kindern allein geblieben." So aber freut sie sich auf das Fest mit der ganzen Familie. Wenn alles gut geht, das zweite ohne irgendeinen Krankheitsfall. Denn die Drillinge - sie kamen als Frühchen zur Welt - sind recht anfällig. "Am ersten Weihnachtsfest lagen sogar alle drei mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit im Krankenhaus", erinnert sich der Vater. 2015 war das erste Fest, an dem alle gesund waren.

Natürlich sind die Kinder ungeduldig am Heiligen Abend, räumt der Vater ein. "Vorher zählen sie die Tage, dann die Stunden bis das Christkind kommt." An normalen Werktagen ist für Lydia Schäfer aber noch stressiger. "Dann muss ich morgens die Drillinge herrichten, in den Kindergarten bringen, in die Arbeit gehen, mittags die Kleinen abholen und kochen." Wenn sie mal etwas vergessen hat, ist ihr Alexander eine große Hilfe. "Er passt dann auf die Kleinen auf." Ihre Mutter lebt in Maxhütte, kann also nicht mal schnell einspringen. "Bei uns richtet sich alles nach den Kindern. Ich hab keine Zeit, um mit einer Freundin Kaffee zu trinken, weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal beim Friseur war."

Geschenke vor dem Essen

Damit es zumindest am Abend des 24. Dezembers etwas geruhsamer wird, planen die Eltern die Bescherung bereits vor dem Essen. Wenn die Kleinen erst mal ihre Geschenke haben, wird es ruhiger, sagen sie. Übrigens: Die Geschenke für die Drillinge bewegen sich. Mehr wird aber nicht verraten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.