Beim Weiberfasching in Moosbach wird ein "Mönch" angefahren: Absicht oder nicht?
"Batman" war Zeuge

Ein Sanka am "Naschen Pfinsta" in Moosbach. Auch der "Mönch" war nach dem Unfall ins Klinikum Weiden gebracht worden. Bild: Trager

Beim Weiberfasching in Moosbach wurde ein "Mönch" angefahren. Ganz so schlimm können die Schmerzen nicht gewesen sein, meint ein Polizist. "Als wir ausstiegen, lag er gröhlend am Boden und hat uns begrüßt mit: Olé olé, Scheiß BVB!" Daneben stand der Kumpel, verkleidet als "Batman".

Der "Mönch" (30) hat den angezeigt, der ihn damals mit seinem Audi A5 so rüde zu Fall gebracht hat: einen 25-jährigen Zusteller aus Weiden. Man sieht sich am Montag vor Amtsrichter Hubert Windisch wieder. Und für den Audi-Fahrer wird's richtig eng: Staatsanwältin Natalie Wolf klagt ihn unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr an. Sie will dem Zusteller für ein Jahr den Führerschein nehmen.

"Glück" für den Weidener ist, dass er stocknüchtern war (0,0 Promille). "Mönch" und "Batman" hatten dagegen ordentlich getankt. Die gleichaltrigen Spezln stammen aus dem Altlandkreis Vohenstrauß, "Batman" lebt inzwischen woanders und kam extra angereist. Man wollte feiern und das nicht zu knapp. Als der Vorfall gegen 2 Uhr passierte, hatten die beiden gerade ein "King's Shuttle" ins Casino geordert. Der "Mönch" mit 2,6, "Batman" mit 1,7 Promille.

Mit dem Weidener hatte es kurz zuvor im Ortskern eine Auseinandersetzung gegeben. Der kleine Weidener hatte dem "Mönch" dabei eine Ohrfeige verpasst und war dann schnell weggelaufen: "Die waren zu zweit und viel älter als ich." Mit einem Kumpel aus Weiden setzte er sich auf dem Parkplatz in sein Auto, um vorzuschlafen. "Ich musste am nächsten Tag arbeiten und hatte Angst vor Sekundenschlaf."

Es gab ein unsanftes Erwachen, als "Mönch" und "Batman" auf ihrem Weg zum Taxi zufällig den schlummernden Kontrahenten entdeckten. Sie klopften an die Scheiben, zogen an den Griffen. Der "Mönch" schrie: "Du haust uns jetzt nicht mehr ab."

Den Weidener Burschen wurde die Situation zu "busy". "Wer weiß, zu was die in ihrem Zustand bereit gewesen wären", sagt der 25-Jährige. Er parkte aus und wollte wegfahren. Der "Mönch" habe sich mit erhobenen Armen in den Weg gestellt. Als der Automatik-Diesel im Standgas anrollte, habe sich der Kuttenträger auf die Motorhaube geworfen und runterpurzeln lassen.

Beim "Mönch" hört sich das anders an. Ja, er habe den Weidener am Wegfahren hindern wollen, sich aber nicht vors Auto gestellt. Er sei auf der Straße gestanden, als ihn der Audi aufs Korn nahm. "Er hat nicht abgebremst, eher noch beschleunigt und hat mich zusammengefahren." Die Kumpels bestätigen jeweils die Angaben ihrer Freunde. Es meldeten sich zwei unbeteiligte Zeuginnen, die eher die Version des Geschädigten stützen. "Das Auto fuhr los und hat den dann mitgenommen", sagt eine Auszubildende, die dort auf ihre Mama wartete. Einig sind sich alle: Der Audi fuhr nicht schnell. "Ein Ticken mehr als Schrittgeschwindigkeit." Die Folgen: Nase gebrochen, blaue Schienbeine, Prellungen. Der "Mönch" war zwei Wochen krank geschrieben.

Am Ende ist es so, wie Verteidiger Werner Buckenleib sagt: "Nascha Pfinsta in Moosbach: Jeder ist nicht so, wie er normal ist." Richter Windisch reicht es nur für eine fahrlässige Körperverletzung. "Was genau an diesem Morgen passiert ist, wird sich mit letzter Sicherheit nicht aufklären lassen." Absicht sei nicht nachzuweisen. Die Strafe: 30 Tagessätze a 40 Euro. Den "Schein" darf er behalten.
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