Berufsorientierung an der Hochschule
Handstand im Alterssimulator

"Science Camp": Teilnehmer und ihre Betreuer, darunter OTH-Vizepräsident Ulrich Müller (rechts) und Professor Günter Kummetsteiner (Zweiter von links) sowie die Betreuungslehrer Markus Anthofer und Silke Höger (Dritter und Fünfte von links) präsentieren die Ergebnisse. Bild: sbü

Auch die Gymnasien wenden sich zunehmend der Berufsorientierung zu. Schüler dürfen sich an der OTH zum Wissenschaftler verwandeln.

Drei Tage lang befassten sich Schüler aus zwölf Oberpfälzer Gymnasien an der OTH in Weiden mit wissenschaftlichen Experimenten. Eingeladen zum "Ostbayrischen Science Camp" waren Schüler mit besonderen Begabungen in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Alle wissenschaftlichen Experimente stammten aus dem Themenbereich Biophysik. Betreut und angeleitet wurden die Jugendlichen von wissenschaftlichen Fachkräften, darunter auch Vizepräsident Professor Ulrich Müller und Professor Günter Kummetsteiner.

Schweineherz seziert


"Wir wollen junge Talente frühzeitig fördern", formulierte der OTH-Vizepräsident das Ziel der Aktionstage. Zur Präsentation der Ergebnisse waren Lehrer, Eltern und andere Interessierte zur OTH gekommen. Vier Schülergruppen mit jeweils vier Jugendlichen stellten den Besuchern vor, womit sie sich drei Tage lang befasst hatten. Begonnen hatte alles mit der Vermittlung medizinischer Grundlagen. Es folgten praktische Übungen, darunter auch das Sezieren eines Schweineherzens.

Zwei Schülergruppen schlüpften auch in einen Alterssimulationsanzug. "Parkinson-Handschuhe" und eine "Grauer-Star-Brille" gehörten ebenfalls dazu. Bei der Präsentation der Ergebnisse trugen die Schüler die beim Experimentieren gewonnenen Erkenntnisse vor. Selbst das Aufstehen von einer Treppenstufe war im Alterssimulationsanzug kaum möglich, wurde berichtet. Der Handstand und das Radschlagen funktionierten allenfalls ansatzweise.

Dazu "Business Knigge"


Eine Gruppe erprobte Blutdruckmessung unter Stressbedingungen, eine andere die Funktionsweise von EKG-Geräten. Verlaufskurven der Blutdruckmessungen zeigten die Ausschläge in Stresssituationen. Das EKG-Bild eines herzinfarktgefährdeten Menschen wurde erklärt. Die Schüler sollten kennenlernen, womit sich eine Hochschule für angewandte Wissenschaften befasst, stellte Vizepräsident Müller fest. Begleitend fand ein Kurs "Business Knigge" statt.

Als Vertreterin der Schulaufsichtsbehörde war Studiendirektorin Christine Wutz gekommen. Sie erläuterte das System der Förderung hochbegabter Schüler an den Gymnasien. Kooperationsschule für das "Science Camp" war das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwandorf. Die Lehrer Silke Höger und Markus Anthofer waren Mitorganisatoren der Projekttage. Veranstaltungsziel sollte nach ihren Erläuterungen auch das "Verständnis für einen verantwortlichen Umgang mit Forschungsergebnissen und für ethische Fragen in der Biophysik" sein. Parallel fand an der OTH in Amberg ein "Science Camp" über nachwachsende Rohstoffe statt.
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