Bibber-Tage in der Oberpfalz
Im Gefrierschrank

Dickes Fell gegen die Kälte: zwei Kühe im Haidenaabtal bei Pressath (Kreis Neustadt/WN). Bild: Schönberger

Bibber-Alarm: Mit minus 21,4 Grad war Mähring in der Nacht zum Freitag der Gefrierschrank der Oberpfalz. Es bleibt kalt mit weiteren Schneefällen.

Weiden/Amberg. Die Nacht zum Dreikönigstag war, nicht ganz unerwartet, bitterkalt. Das Zusammenspiel aus finnischer Kaltluft, klarem Himmel und frischer Schneedecke fungierte als perfekte "Eismaschine" in der Oberpfalz, und so war die Bibberkälte auch ein bisschen hausgemacht. Dabei sanken die Temperaturen flächendeckend in der nördlichen Oberpfalz auf minus 15 Grad, mit ein paar Highlights, die vor allem im Landkreis Tirschenreuth lagen.

Eisiges Schaudern

Allen voran dabei Mähring an der tschechischen Grenze, das mit minus 21,4 Grad sogar Platz fünf der deutschen Hitliste an Eistemperaturen belegte (Platz eins die Zugspitze mit minus 26,5, Platz zwei Eschenfelden auf der Frankenalb mit minus 23,5 Grad). Tirschenreuth schaffte es auf minus 18,9 Grad, gefolgt von Amberg-Unterammersricht mit 18,6 Grad. Neustadt am Kulm erreichte noch minus 17,8 Grad, und Weiden minus 16,8. Eisiges Schaudern gab es auch, wenn man die Temperaturen nicht nur wie üblich in zwei Meter Höhe, sondern auch in fünf Zentimeter über der Schneefläche misst. Auf "Knöchelhöhe" sozusagen gab es in Tirschenreuth sogar minus 24,3 Grad, Schwandorf minus 22,5. Hier war der Spitzenreiter übrigens im Landkreis Cham zu finden: Schorndorf mit dieselfeindlichen minus 28,1 Grad. Die Nacht zu Samstag wird hier und da vermutlich noch 1 bis 2 Grad weniger bringen.

Mit der ganz großen Kälte ist es aber auch schon wieder vorbei, trotzdem bleibt es winterlich. Schon in der Nacht zu Sonntag und am Sonntag selbst fallen wieder drei bis acht Zentimeter Schnee. Das geht mit einer Milderung einher, über den Gefrierpunkt schaffen wir es aber wohl auch tagsüber nicht.

Ski und Rodel gut heißt es also weiterhin, der Winter ist da - und weil am Dienstag nochmal ein ordentliches Schneepaket kommt, dürften bis Mittwoch in der Oberpfalz oberhalb 400m verbreitet 20 bis 40 Zentimeter Schnee anzutreffen sein. Danach wird es zwar kurz noch etwas milder, und in den Niederungen könnte es kurz tauen und mal regnen, am Wochenende scheint der Winter aber erneut nachzulegen. Insofern sieht es so aus, als dass sich die Wintersportorte der Region kaum fürchten müssen, dass die weiße Pracht von den Pisten verschwindet. Die Temperaturen in der neuen Woche: Mit minus vier bis plus zwei Grad (höhere Werte nach Wochenmitte für ein oder zwei Tage) weiter winterlich, aber nicht mehr so schlotterkalt.

Hunderte Unfälle

Teils starke Schneefälle hatten in der Nacht zum Donnerstag zu zahlreichen Unfällen auf glatten Fahrbahnen geführt. Laut Polizei kam es zu mehreren Hundert Unfällen, die aber meist glimpflich verliefen. Am Freitag entspannte sich die Lage bei meist trockenem Wetter merklich. Auch am Münchener Flughafen kam es am Feiertag zu keinen Störungen.

Hartgesottene trotzten am meist sonnigen Feiertag den eisigen Temperaturen in den Skigebieten des Freistaates. Am Großen Arber im Bayerischen Wald waren fast alle Anlagen geöffnet, erstmals in dieser Saison konnten Skifahrer auch im Flutlicht abfahren. Im Allgäu herrschten ebenfalls gute Bedingungen: Aus Balderschwang meldeten die Liftbetreiber 50 Zentimeter Neuschnee, strahlenden Sonnenschein und entsprechend hohe Besucherzahlen.
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