19.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Bilanz des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz Nicht bei der Ausbildung sparen

Führungsspitzen von Feuerwehren der Landkreise und kreisfreien Städte blicken zurück auf das vergangene Jahr: 18 427 Einsätze, 30 067 ehrenamtlich geleistete Einsatzstunden, 630 gerettete Personen - das ist die Bilanz des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz.

Johannes Buchhauser, Leitender Branddirektor der Regensburger Berufsfeuerwehr (Dritter von links), wird mit der Silbernen Ehrennadel geehrt. Kreisbrandrat Richard Meier (Dritter von rechts) bekommt das Goldene Ehrenkreuz. Dazu gratulieren Bezirksvorsitzender Fredi Weiß, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (von links), stellvertretender Landesvorsitzender Norbert Thiel, Bürgermeister Josef Beimler (von rechts) und stellvertretender Bezirksvorsitzender Anton Bögl (Vierter von rechts). Bild: bey
von Walter BeyerleinProfil

Heinrich Scharf wurde bei der Verbandsversammlung in der Waldgaststätte Strehl mit zwei Gegenstimmen zum Schriftführer gewählt und übernahm damit von Johannes Buchhauser, der nicht mehr für dieses Amt kandidierte. Scharf bleibt weiterhin Bezirksjugendfeuerwehrwart.

Die wenigsten Probleme sieht Johann Schmidbauer, zuständig für Aus- und Weiterbildung für 1036 Wehren in der Oberpfalz, bei den Atemschutzträgern. Sorgen bereitet dem Stadtbrandrat allerdings, dass eine Landesfeuerwehrschule gleich mehrere Lehrgänge abgesagt hatte. "Das ist nicht förderlich für das Ehrenamt." Sein Fazit: Die Wehren in Bayern sind gut aufgestellt, bei der Ausbildung sollte allerdings nicht gespart werden.

Kinder in die Feuerwehr

"Die genaue Zahl der Kinderfeuerwehren ist unbekannt", sagte Denise Ackermann, "es steht nur fest, dass 1095 Kinder dem Feuerwehrverband Oberpfalz angehören." Ackermann ist zuständig für die Kinderfeuerwehren in der Oberpfalz und lobt die Möglichkeit, den Kindern eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten und sie frühzeitig an die Feuerwehren zu binden. "Es ist unwichtig, ob Mädels oder Jungen zur Feuerwehr gehen. Maßgeblich ist die gemeinsame Ausbildung." Denn gerade Dorffeuerwehren müssten oft um Mitglieder kämpfen. "Wenn das kleine Kind hinten beim Papa im Auto sitzt und sagt, fahr rechts ran, wir müssen eine Rettungsgasse bilden, dann hat sich die Ausbildung gelohnt", sagte sie. Michaela Stoll weiß, wie schwer es ist, Frauen für die Feuerwehr zu begeistern. Sie spricht für derzeit 6297 Frauen auf Bezirksebene. Marc Bigalke, Bezirksfeuerwehrarzt, möchte die Erste-Hilfe-Ausbildungen forcieren. Gerade die Wintermonate seien dafür geeignet. "Bei Herzproblemen sind die ersten zehn Minuten entscheidend. Deshalb müssen die Wehrmitglieder, die früh am Einsatzort sind, eingreifen."

Puppentheater fasziniert

Markus Weinbeck, Fachberater für Brandschutzerziehung, lobte die Puppenspieler der Weidener Polizei in den höchsten Tönen. Dieses Puppentheater fasziniere Kinder und Erwachsene in der gesamten Oberpfalz. "Es ist ein Traum, den Zuschauern zuzusehen", sagte er. Bezirksjugendfeuerwehrwart Heinrich Scharf zeigte das Interesse der Oberpfälzer Jugend an der Feuerwehr auf. Demnach zählen die Jugendfeuerwehren 9356 Mitglieder, davon etwa ein Drittel Mädchen. Besonders betonte Scharf die Übertritte aus den Jugendwehren in die aktiven Wehren: 1637 Jugendliche hatten im vergangenen Jahr diesen Weg gewählt. Um die Jugend "bei der Stange" zu halten, sind 1656 Ausbilder und Jugendwarte aktiv. Eindringlich legte Heinrich Scharf den Wehren die Teilnahme am Ostbayerischen Feuerwehrpreis nahe. "Der Sieger erhält 5000 Euro, es wird aber sogar die Bewerbung honoriert."

"Das ist etwas ganz Großes, davon profitieren alle Einsatzkräfte", lobte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß das Sicherheitszentrum in Windischeschenbach. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister lobte das enge Miteinander von Polizei und Rettungsdiensten als "größte Bürgerbewegung". Norbert Thiel, stellvertretender Landesvorsitzender des Bayerischen Feuerwehrverbandes, erinnerte voll Lob an die "sensationelle Jugendveranstaltung" in Weiden.

Ehrungen

Geehrt wurde Johannes Buchhauser, Leitender Branddirektor der Berufsfeuerwehr Regensburg. Er bekam die Silberne Ehrennadel der Landesjugendfeuerwehr. Damit werde die unglaubliche Unterstützung des Feuerwehrverbandes in den letzten Jahren gewürdigt, vor allem aber sein Einsatz in der Jugendarbeit, sagt Bezirksvorsitzender Fredi Weiß.

Richard Meier, seit dem Jahr 2000 Kreisbrandrat des Landkreises Neustadt, erhielt für seine Lebensleistung mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold. Dieser habe mit den Feuerwehren des Landkreises in unzähligen Fällen schnelle Hilfe gebracht und sich als umsichtiger Einsatzleiter bewährt, sagt Weiß. (bey)

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