09.03.2018 - 13:12 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Bisherige Lage zu abseits Weltladen zieht in Türlgasse

Annette Rösel fiebert dem Umzugstag entgegen: "Endlich geht's in die Altstadt." Nach Ostern zieht sie mit dem Weltladen von der Braunmühlstraße in die Türlgasse 16 um.

Von der Braunmühlstraße in die Altstadt: Ab 9. April sperrt Annette Rösel die Tür zum Weltladen in der Türlgasse 16 auf. Bild: Hladik
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Der Verkauf in den neuen Räumen startet am 9. April. Bis dahin haben die Verkaufsleiterin und ihr Team noch viel Arbeit vor sich. Während der Abverkauf läuft, müssen Kisten gepackt und der Umzug koordiniert werden. Vom 3. bis 7. April ist kurz geschlossen.

Die Entscheidung für einen neuen Standort reifte schon lange. "Der Weltladen liegt etwas abseits. Viele Kunden stießen auf uns, weil sie uns ,zufällig entdeckten'", sagt Rösel. "Uns suchen zu müssen, finde ich sehr schade." Den Weltladen gibt es immerhin seit 42 Jahren in Weiden.

Zentraler und heller

Viele Jahre befand sich das Geschäft auf der Allee (Bürgermeister-Prechtl-Straße), 2003 erfolgte der Umzug in die Braunmühlstraße. 130 Quadratmeter standen bisher für Verkaufsraum und Lager zur Verfügung. Im neuen Domizil sind es nur 100 Quadratmeter. "Das wird schon gehen. Fürs Büro zweigen wir etwas vom Verkaufsraum ab", so Rösel. Dafür sei der Laden zentral gelegen und viel heller. Mit Vermieterin Irene Späth sei man sich schnell einig geworden. Auch sie freue sich über die neuen Mieter. Die Türlgasse 16 ist vielen alteingesessenen Weidenern wohlbekannt. Dort betrieben Irene Späth und ihr Bruder Adolf fast 50 Jahre lang bis 2000 ein Spielwarengeschäft. Nachmieter waren ein Kaffeeladen und später ein Dekoanbieter. Zuletzt nutzte Sonna die Schaufenster als Ausstellungsfläche.

Nun kehrt wieder Leben ein. "Der Ladenbauer, die Firma Art-Plan aus Sigmaringen, ist am Werkeln. Es wird viel Glas und Holz geben. Wir verkaufen hochwertige Produkte, und die verdienen es, entsprechend präsentiert zu werden", sagt Annette Rösel. Über 500 Artikel führt der Weltladen im Sortiment - Lebensmittel und Kunsthandwerk. Kaffee aus Südamerika sei nach wie vor der Renner. Auch Tee und Schokoladen liefen gut. Dem allgemeinen Food-Trend folgend, würden Quinoa- und Maniok-Chips verstärkt nachgefragt.

Nonfood ausbauen

Ausbauen möchte die Verkaufsleiterin den Nonfood-Bereich mit Kunsthandwerk. Neben den bisherigen Postkarten, Lederwaren und Filzarbeiten, würde Rösel gerne auch Taschen aus recyceltem Tetra Pak oder alten Planen oder Bambus-Geschirr aus China anbieten. "Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass auch im Handwerksbereich menschenunwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Hier können wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten."

Der Weltladen Weiden gehört zu dem Ladenverbund im Trägerverein "Solidarität in der Einen Welt" e. V., der 1983 in Regensburg gegründet wurde. In dem regionalen FAIR-Handelszentrum und den 13 vereinseigenen Weltläden werden fair gehandelte Waren der internationalen Projektpartner für Endverbraucher, Aktionsgruppen und Wiederverkäufer angeboten. In Weiden engagieren sich zurzeit 22 ehrenamtliche Helfer.

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